Donnerstag, 09. April 2009
Kaputter Knorpel: Reparaturzellen entdeckt
Mediziner der Universität Göttingen haben in erkranktem Knorpelgewebe eine bisher unbekannte Population von Reparaturzellen entdeckt. Diese Knorpel-Vorläuferzellen zeigten einen möglichen Reparaturweg bei Problemen am Knie oder in der Hüfte, teilte die Hochschule mit. Die Vorläuferzellen seien nicht in gesundem Knorpel nachzuweisen, sondern erst bei Knorpelschäden im Gelenk. "Der Körper hat offenbar für diesen Fall Heilungsvorgänge in der Hinterhand", hieß es.
Die Reparaturzellen seien vor allem bei Patienten mit späten Stadien der Erkrankungen gefunden worden. "Da diese Zellen knorpelähnliches Ersatzgewebe produzieren, könnten sie der Grundstein für eine neue zellbiologische Behandlungsform der Arthrose sein", erklärte der Leiter der Arbeitsgruppe Orale Biologie und Geweberegeneration, Prof. Nicolai Miosge. "Die genaue Herkunft dieser Zellen ist noch unklar." Er halte es aber für möglich, dass sie aus dem Knochenmark in das erkrankte Knorpelgewebe einwanderten.
"Wir hoffen diese knorpelartigen Vorläuferzellen so zu verändern, dass sie wieder gesundes Knorpelgewebe herstellen können", berichtete Miosge weiter. "Doch der Weg zu einer möglichen Zelltherapie der Arthrose ist noch lang." Die Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe sind in der April-Ausgabe des Fachjournals "Cell Stem Cell" erschienen.
Arthrose ist die häufigste Skelettmuskel-Erkrankung bei älteren Menschen. Die unheilbare Gelenkerkrankung entsteht durch den Verschleiß des Knorpels, der die Gelenke abfedert und schützt.
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