Dienstag, 08. September 2009
Fetales Alkoholsyndrom : Schäden bei Babys vermeidbar
Ein gesunder Säugling. Frauen sollten in der Schwangerschaft auf jegliche Art von Alkohol verzichten.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Rund 10.000 Babys kommen in Deutschland jedes Jahr mit alkoholbedingten körperlichen oder geistigen Schäden zur Welt. Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft ist in Deutschland die häufigste Ursache für körperliche und geistige Schäden bei Kindern. Das berichtete die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln zum "Tag des alkoholgeschädigten Kindes" am 9. September - und riet werdenden Müttern, ganz auf Alkohol zu verzichten.
Alkohol führt nach aktuellen Schätzungen in 2000 Fällen zu schweren Störungen. Dazu zählen Gesichtsfehlbildung, Wachstumsstörungen im Mutterleib und auch nach der Geburt oder starken Schäden in der geistigen und motorischen Entwicklung. Bei 8000 Kindern zeigen sich alljährlich "fetale Alkoholeffekte", was häufig komplexe Störungen der Hirnfunktion bedeute.
Nicht jede Frau kann verzichten
Studien zufolge trinken dennoch 12 bis 15 Prozent der werdenden Mütter einmal oder mehrfach im Monat Alkohol. Es sollte "uneingeschränkt ein absoluter Alkoholverzicht" gelten, betonte BZgA- Direktorin Elisabeth Pott. Auch die Techniker Krankenkasse (TK) warnte, dass schon kleinste Mengen Alkohol in jeder Schwangerschaftsphase gefährlich seien. "Es gibt kein unbedenkliches Gläschen in Ehren", sagte TK-Ärztin Andrea Hoppe am Dienstag. "Den Frauen muss klar sein: Jeder Schluck Alkohol ist Gift für das Kind."
Für Frauenärzte und Hebammen hat die Bundeszentrale ein Beratungskonzept entwickelt. Es hilft den Fachkräften, bei Beratungsgesprächen und medizinischen Vorsorgeuntersuchungen besser zu erkennen, ob Schwangere sorglos und riskant mit Alkohol umgehen. Mit dem Konzept "Alkoholfrei durch die Schwangerschaft" wird den Frauen geholfen, sich abstinent zu verhalten und nicht rückfällig zu werden.
dpa
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