Mittwoch, 11. April 2007
Doppeltes Risiko: Schizophrenie durchs Kiffen
Der Konsum von Cannabis begünstigt die Entstehung von Schizophrenie. "Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig Haschisch oder Marihuana rauchen, ein doppeltes Risiko haben, an Schizophrenie zu erkranken."
Das sagt Prof. Peter Falkai von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin. Für die Psychose auslösende Eigenschaft von Cannabis wird der Hauptwirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) aus der Hanfpflanze verantwortlich gemacht.
Für Jugendliche ist die Gefahr einer lebenslangen psychischen Störung am größten. So erkranken Menschen mit einer familiären Neigung zu Psychosen durch den Cannabis-Konsum etwa acht Jahre früher an Schizophrenie - nämlich mit durchschnittlich 17,7 Jahren. "Viele Betroffene haben Probleme, klar zu denken, hören Stimmen, die über sie reden, oder haben Wahnvorstellungen", erläutert Falkai, der Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität des Saarlandes in Homburg ist.
"Sie bilden sich dann ein, übermenschliche Kräfte zu besitzen oder eine religiöse oder politische Persönlichkeit zu sein." Auf eine Schizophrenie können aber auch unauffälligere Änderungen im Verhalten hindeuten. Bei vielen Betroffenen sei ein sozialer Rückzug oder Teilnahmslosigkeit zu beobachten.
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