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Aus Schlafmohn lassen sich auch Drogen herstellen. Deswegen ist der Anbau in vielen Ländern verboten.

Aus Schlafmohn lassen sich auch Drogen herstellen. Deswegen ist der Anbau in vielen Ländern verboten.
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Montag, 15. März 2010

Vereinfachte Schmerzmittel-Herstellung: Schlafmohn-Gene entschlüsselt

Kanadische Forscher haben Gene des Schlafmohns entschlüsselt, die bei der Herstellung der Schmerzmittel Codein und Morphium eine wichtige Rolle spielen. Dies könnte möglicherweise zur Entwicklung von Pflanzen und Mikroorganismen führen, die eine wirkungsvollere Codein-Produktion ermöglichen, heißt es in der Studie, die in der Fachzeitschrift "Nature Chemical Biology" veröffentlicht wurde. Für die Pharmaforschung sei die Entdeckung "ein wichtiger Schritt nach vorne", erklärt Peter Facchini von der University of Calgary. Er war an der Studie beteiligt.

Codein, eines der weltweit am häufigsten verschriebenen Schmerzmittel, muss meist aus Morphium gewonnen werden. Der Stoff kann zwar auch direkt der Mohnpflanze entnommen werden; da Codein in der Pflanze aber in Morphium umgewandelt wird, kommt Morphium dort in sehr viel größeren Mengen vor. Ein Großteil des zu pharmazeutischen Zwecken produzierten Morphiums wird daher zu Codein weiterverarbeitet.

Die nun gefundenen Gene sind für die Produktion des Enzyms zuständig, das Codein in Morphium umwandelt. Mit Hilfe ihrer Entdeckung hoffen die Forscher deshalb, Pflanzen entwickeln zu können, bei denen dieser Umwandlungsprozess nicht mehr stattfindet.

Schlafmohn ist die wichtigste Quelle für die Schmerzmittel Codein, Morphium und Oxycodon. Die Pflanze, aus der auch Heroin gewonnen wird, wird schon seit tausenden von Jahren wegen ihrer medizinischen und betäubenden Eigenschaften angebaut.

AFP

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