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Dienstag, 04. April 2017

Studie zum Drogenkonsum: Schlaue Schüler kiffen häufiger

Intelligente oder dumme Teenager: Wer greift häufiger zu Zigaretten, Alkohol und Cannabis? Britische Forscher gingen dieser Frage in einer Langzeitstudie nach - und liefern jetzt verblüffende Ergebnisse.

Das Wichtigste zuerst: Cannabis ist weder gesund noch macht die Droge schlau. Langjähriger und regelmäßiger Marihuana-Konsum kann bestimmte Teile des Hirns schrumpfen lassen. Das haben mehrere Studien gezeigt. Umso erstaunlicher sind die Ergebnisse einer neuen Langzeitstudie, die der Frage nachging: Dumme oder schlaue Schüler, wer greift in der Pubertät häufiger zu Drogen?

Forscher des University College in London begleiteten dafür rund 6000 Schüler über einen Zeitraum von knapp zehn Jahren. In einem ersten Schritt sammelte das Team um James Williams Informationen über die Noten und die Gesundheit der Teilnehmer, als diese im Schnitt 11 Jahre alt waren.

Danach konsultierten die Forscher die jugendlichen Probanden noch weitere Male, einmal im Alter zwischen 13 und 17 Jahren und einmal im Alter von 18 bis 20 Jahren. Anhand von Fragebögen und Unter-vier-Augen-Gesprächen analysierten sie die Gewohnheiten der Jugendlichen und wie sich das Konsumverhalten im Laufe der Jahre veränderte: Wie oft rauchten sie Zigaretten, tranken Alkohol und rauchten Cannabis?

Zigaretten sind bei den Schlauen out

Das Ergebnis überrascht auch die Forscher: Teenager, die in jungen Jahren besonders gut in der Schule waren, tranken später mehr als doppelt so häufig regelmäßig Alkohol wie ihre leistungsschwächeren Mitschüler, heißt es im Fachjournal "BMJ Open". Außerdem war die Wahrscheinlichkeit, gelegentlich Cannabis zu rauchen, bei den intelligenteren Schülern um 50 Prozent höher als bei jenen, die sich früher mit dem Lernen schwergetan hatten. Lediglich beim Tabakrauchen zeigten sich die begabteren Studienteilnehmer zurückhaltender als die weniger schlauen.

Die Autoren der Studie erklären das damit, dass Eltern in der Regel zunächst vor den von Zigaretten ausgehenden Gesundheitsrisiken warnen würden, weniger jedoch vor den Folgen von Cannabis-Konsum.

Die Forscher verweisen ausdrücklich darauf, dass es sich bei ihrer Untersuchung um eine Beobachtungsstudie handelt, deshalb dürfe man keine allgemeingültigen Schlüsse daraus ziehen. Außerdem beschäftigte sich die Studie nur damit, wie oft die Schüler Cannabis, Zigaretten und Alkohol nutzten. Welche Mengen sie rauchen und trinken, war nicht Teil der Untersuchung.

Die Forschungsergebnisse decken sich laut den Autoren der Studie mit anderen Erkenntnissen, die man über Erwachsene und deren Konsumverhalten hat. Auch hier waren die Personen mit höheren akademischen Fähigkeiten eher dem Alkohol und Cannabis zugeneigt als den wenig berauschenden Glimmstängeln aus dem Zigarettenautomaten.

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Quelle: n-tv.de

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