Mittwoch, 10. Dezember 2008
Erderwärmung kostet Lebensraum: Schmetterlinge wandern aus
Europas Schmetterlinge sind durch den Klimawandel in großer Gefahr. Falls die Temperatur extrem ansteigen sollte, verliert jede vierte Schmetterlingsart bis zum Jahr 2080 ihren bisherigen Lebensraum. Das geht aus dem Klimaatlas der Tagfalter Europas hervor, der in Berlin vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig und dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) vorgestellt wurde. Für die Studie untersucht wurden 300 europäische Tagfalterarten.
In Deutschland leben derzeit rund 190 Tagfalterarten. Besonders bedroht wären aus Sicht des Helmholtz-Zentrums das Große Wiesenvögelchen und der Braunfleckige Perlmutterfalter.
Tierische Auswanderer
Viele der europäischen Schmetterlingsarten werden nach Erwartung der Wissenschaftler in Richtung Norden wandern, falls es deutlich wärmer wird. Im Falle eines extremen Anstiegs der Durchschnittstemperatur um 4,1 Grad Celsius bis 2080 wird sich etwa ein Viertel dieser Falter einen neuen Lebensraum suchen müssen. Bei einem Temperaturanstieg von 2,4 Grad wären erst drei Prozent der Schmetterlinge betroffen.
Neben den Verlierern des Klimawandels gibt es laut Studienleiter Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum auch Gewinner. "Etwa 70 von 300 Arten könnten sich stärker ausbreiten", sagte der Wissenschaftler. Dabei handele es sich um Schmetterlinge aus südlichen Regionen Europas, wie zum Beispiel den Balkan-Osterluzeifalter.
"Die Art und Weise, in der Tagfalter betroffen sind, gibt uns gute Anhaltspunkte darüber, wie auch viele andere Insekten reagieren dürften", sagte Josef Settele. Die verschiedenen Insektenarten machen dem Wissenschaftler zufolge zwei Drittel der Artenvielfalt aus. Für die Landwirtschaft seien sie unverzichtbar.
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