Dienstag, 20. Januar 2009
Mit 20 schwerhörig: Schuld sind MP3-Player
Immer mehr Jugendliche in Deutschland sind schwerhörig. Die so genannte Altersschwerhörigkeit beginne zum Teil heute schon mit 20 Jahren, erklärte der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte (HNO) in Mannheim.
Eine entscheidende Rolle spiele, dass sich viele Jugendliche über MP3-Player regelrecht mit Lärm bedröhnten. In der Altersgruppe von 16 bis 20 Jahren weise bereits etwa jeder Fünfte Auffälligkeiten im Innenohr auf.
Der maximale Schalldruckpegel bei tragbaren Audiogeräten ist derzeit nach EU-Norm auf 100 Dezibel beschränkt. Laut HNO-Verband sind jedoch bereits 85 Dezibel kritisch. Bei der Arbeit müsse bei dieser Lautstärke bereits ein Gehörschutz getragen werden.
Der Ärzteverband forderte die Musikbranche zu einer Zusammenarbeit für einen besseren Gesundheitsschutz auf. "Wir brauchen die Unterstützung und Verantwortung der Industrie", erklärte Verbandschef Dirk Heinrich. Die Hersteller müssten ihre Kunden deutlich darauf hinweisen, von welcher Lautstärke an sie sich einer Gefahr aussetzten. Eine automatische Sperre in den Geräten wäre wünschenswert. Dies stoße allerdings auf Widerstand.
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