Freitag, 06. August 2010
Tropische Regenwälder in Bedrängnis: Simulation zeigt Erschreckendes
Dem Ökosystem Regenwald steht ein tiefgreifender Wandel bevor. Im schlimmsten Fall sind im Jahr 2100 nur noch 18 Prozent des weltweiten Bestandes erhalten.
Im Kongobecken sind es vor allem die Kettensägen, die den Regenwald bedrohen.
(Foto: picture alliance / dpa)
Eine Simulation von Forschern um Greg Alsner von der Carnegie Institution zur Entwicklung des Regenwaldbestandes kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: In 90 Jahren könnte der weltweite Bestand dramatisch gesunken sein. Bei der Simulation haben die Forscher Satellitenbilder, Angaben zum Einschlag von Bäumen sowie Vorhersagen zum Klimawandel einbezogen. Je nach kalkuliertem Szenario könnten im Jahr 2100 nur noch 18 bis 45 Prozent der heutigen Regenwälder vorhanden sein. Die Ergebnisse werden im Journal "Conservation Letters" publiziert.
Die tropischen Wälder Südamerikas, Südostasiens und Afrikas beherbergen mehr als die Hälfte der Tier- und Pflanzenarten, erklärt Alsner. Die Kombination aus Klimawandel und Abholzung zwinge sie zur Anpassung, verdränge oder töte sie. Der Berechnung liegen außer den Satelliten- und Holzeinschlagsdaten 16 verschiedene Klimamodelle zugrunde. Diese haben jeweils unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedene Lebewesen. Einige gedeihen unter den neuen Umständen besser und verdrängen schwächer werdende Arten, andere kommen mit den neuen Bedingungen gar nicht klar und verschwinden.
In Zentral- und Südamerika könnte der Klimawandel zwei Drittel des Waldes verändern – dabei wären 80 Prozent des Amazonasbeckens in irgendeiner Weise betroffen. Im Bereich des zentralafrikanischen Kongobeckens geht der Druck besonders von den Kettensägen aus, deren Einsatz zwischen 35 und 74 Prozent der Region betreffen könne. Die Untersuchung zeige deutlich, dass den Ökosystemen ein tiefgründiger Wandel bevorstehe, heißt es bei den Forschern.
dpa
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