Freitag, 03. November 2006
Trauriger Rekord: So viele Treibhausgase wie nie
Die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre hat im Jahr 2005 einer Studie zufolge neue Rekordhöhen erreicht. Es sei damit zu rechnen, dass es zu weiteren Zuwächsen komme, wenn der Ausstoß der Gase nicht drastisch verringert werde, teilte die Meteorologische Weltorganisation (WMO) am Freitag mit. Die neuen Zahlen der UN-Behörde dürften auch das kommende Woche in Nairobi stattfindenden Treffen zum globalen Klimawandel beschäftigen.
"Um die Konzentration von CO2 auf dem gleichen Niveau zu halten, brauchen wir noch viel drastischere Mittel als die des Kyoto-Protokolls", sagte UN-Wissenschaftler Geir Braathen. Der Studie zufolge stiegen sowohl die Kohlendioxid- als auch die Stickoxidkonzentration in der Atmosphäre auf ein neues Allzeithoch. Eine Verringerung sei in den nächsten Jahren nicht zu erwarten, sagte Braathen.
Vergangene Woche hatte eine britische Studie vor drastischen Folgen der globalen Erderwärmung gewarnt. Ein Anstieg der Temperatur um fünf Grad in den nächsten hundert Jahren werde schwere Überschwemmungen und Dürren nach sich ziehen und etwa 200 Millionen Menschen obdachlos machen, sagte der frühere Weltbank-Chefökonom Nicholas Stern voraus.
Treibhausgase entstehen durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe wie Kohle, Öl und Gas. Ansammlungen der Gase absorbieren in der Atmosphäre die Sonnenstrahlen und verursachen so einen Anstieg der Temperaturen auf der Erdoberfläche. Diese Erwärmung führt zum Abschmelzen von Polkappen und Gletschern, extremen Wetterverhältnissen, Überschwemmungen und anderen Umweltveränderungen. Dies alles ist unstrittig; wirksame Maßnahmen gegen den weiteren Ausstoß von Treibhausgasen wurden bislang jedoch nicht beschlossen.
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