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Der Schwammkopf flimmert zumindest in den USA seit 1998 über die Fernseher und ist auch in Deutschland beliebt.
Der Schwammkopf flimmert zumindest in den USA seit 1998 über die Fernseher und ist auch in Deutschland beliebt.(Foto: picture-alliance/ dpa)
Dienstag, 13. September 2011

Zu schnell für Vierjährige: "SpongeBob" verwirrt Kleinkinder

Der Zeichentrickserie "SpongeBob", die von einem gelben Schwamm und dessen Abenteuern auf dem Meeresboden erzählt, ist beliebt bei kleinen und großen Kindern. Das hohe Tempo in solchen Fernseh-Cartoons überlastet jedoch das Gehirn von Vierjährigen. Schon neun Minuten dieser Serien reichen aus, um Lernprobleme zu verursachen.

Die beliebte Zeichentrickserie "SpongeBob" kann bei vierjährigen Kindern zu Lernproblemen und Aufmerksamkeitsstörungen führen. Das finden Forscher der Universität von Virginia unter Leitung von Angeline Lillard heraus. Bei Cartoons mit schnellen Schnitten reichten schon neun Minuten Fernsehen aus, um die Konzentrationsfähigkeit von Vierjährigen erheblich einzuschränken, schreiben die Forscher in der renommierten Zeitschrift "Pediatrics", in der die Studienergebnisse veröffentlicht wurden.

Bei der Untersuchung wurden 60 Kinder im Alter von vier Jahren mit dem Zufallsprinzip in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe sah im Fernsehen die relativ ruhige US-Zeichentrickserie "Caillou" mit Szenen, die durchschnittlich 34 Sekunden dauerten, die andere Gruppe sah "SpongeBob"(Schnitt alle elf Sekunden) an und die dritte Gruppe durfte mit Buntstiften malen. Danach wurden verschiedene psychologische Tests gemacht, darunter Puzzles, eine Gedächtnis- und eine Geduldsübung, bei der die "SpongeBob"-Gruppe wesentlich schlechtere Werte aufwies als die Gruppe, die "Caillou" gesehen hatte. Die "Caillou"-Gruppe wiederum war wesentlich schlechter als die Mal-Kinder.

Schnelles Filmtempo als Verursacher

Das Schnitttempo beim Cartoon ist zu rasant für Vierjährige.
Das Schnitttempo beim Cartoon ist zu rasant für Vierjährige.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die kurzzeitigen Aufmerksamkeits- und Lernstörungen lägen nicht an der Cartoon-Serie "SpongeBob" an sich, sondern an der Art und Weise, wie der Zeichentrickfilm arrangiert ist, erklärt Lillard. Die Psychologie-Professorin habe die Probleme bei Kindern auch nach dem Sehen anderer Sendungen mit hohem Tempo festgestellt. Sie rät, dass Kinder solche Sendungen möglichst nicht vor der Schule oder zu einer Zeit, in der sie sich konzentrieren müssen, sehen sollten.

Dimitri Christakis vom Children’s Research Institute in Seattle geht noch einen Schritt weiter. Er rät Eltern im Vorwort der Studie ausdrücklich dazu, nicht nur die Zeit, die Kinder vor dem Fernseher verbringen, zu begrenzen, sondern auch bewusst die Sendungen auszuwählen, die kleine Kinder sehen dürfen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Gehirn eines vierjährigen Kindes mit der Fülle von Bildern und Informationen bei Fernsehsendungen mit hohem Tempo schlichtweg überfordert ist.

David Bittler, Sprecher des Kindersenders Nickelodeon zweifelt die Ergebnisse der Studie an und weist darauf hin, dass die beliebte Zeichentrickserie "SpongeBob" für sechs bis elf Jahre alte Kinder gedacht ist und sich nicht an Vierjährige wendet.

Quelle: n-tv.de

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