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Muskeln zu trainieren, ist bis ins hohe Alter wichtig.
Muskeln zu trainieren, ist bis ins hohe Alter wichtig.(Foto: imago/Westend61)

Effekt nur bei Männern erkennbar: Sport senkt Gefahr für Muskelschwund

Männer, die früh im Leben anfangen, regelmäßig Sport zu treiben, werden im Alter dafür belohnt - vorausgesetzt, sie bleiben kontinuierlich dabei. Bei Frauen allerdings sieht es etwas anders aus.

Wer glaubt, dass es ausreicht, als junger Mann Sport zu treiben, sich dann um Karriere und Kinder zu kümmern und im Rentenalter wieder mit dem Sport zu beginnen, der irrt. Forscher der Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) und der Charité Universitätsmedizin Berlin haben herausgefunden, dass es nicht ausreicht, als junger Erwachsener Sport zu treiben, um das Risiko für Muskelschwund im Alter, medizinisch als Sarkopenie bezeichnet, zu beeinflussen.

Im Rahmen der Berliner Altersstudie wurden 891 Männer und Frauen im Alter zwischen 60 und 85 Jahren medizinisch untersucht und mit einem Fragebogen des SOEP befragt. Diejenigen Männer, die bereits im Alter von weniger als 30 Jahren begonnen hatten, Sport zu treiben und bis zur Befragung sportlich aktiv waren, hatten im Vergleich zu Männern, die nie im Leben aktiv Sport getrieben haben, einen deutlich höheren Anteil an Muskelmasse und damit nur ein halb so hohes Risiko, an Sarkopenie zu erkranken. Auch bei dem sogenannten Greifkrafttest, der Auskunft über die Muskelkraft und den Gesundheitszustand gibt, schnitten die sportlichen Männer deutlich besser ab.

Kein Effekt bei Frauen

Erstaunlich waren die Untersuchungsergebnisse für die befragten Frauen. Bei ihnen konnten die Forscher keine signifikanten Veränderungen der Muskelmasse feststellen, egal in welchem Lebensalter und wie kontinuierlich sie Sport getrieben hatten. "Möglicherweise trainieren viele Frauen nicht intensiv genug, um ausreichend Muskeln aufzubauen", sagt der Gesundheitsökonom Peter Eibich, Hauptautor der Studie.

Mit ihren Ergebnissen können die Forscher die verbreitete Annahme widerlegen, dass es genüge, in jungen Jahren Sport zu treiben, um auch im Alter noch fit zu sein. "Gerade in dieser Lebensphase, der sogenannten Rush Hour des Lebens, hören viele Männer und Frauen auf, Sport zu treiben, da eine Ballung von Entscheidungen zu Beruf, Partnerwahl und Kindern dafür wenig Zeit lässt", betont Eibich. Die Forscher fordern aufgrund ihrer Erkenntnisse Gesundheitsprogramme, die vor allem junge Erwachsene motivieren, kontinuierlich Sport zu treiben.

Quelle: n-tv.de

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