Freitag, 16. Oktober 2009
"Bei allem Optimismus": Spreewald trocknet aus
Der Klimawandel gefährdet das Biosphärenreservat Spreewald. Wenn die Temperaturen im Einzugsgebiet der Elbe weiter steigen, könnten die nötigen Zuflüsse für das südlich von Berlin gelegene Gebiet nicht mehr ausreichen.
Romantische Bootstouren durch den Spreewald: Fallen sie dem Klimawandel zum Opfer?
(Foto: picture-alliance/ ZB)
Das ist in einem „Memorandum zu den Folgen von Klimaänderungen und globalem Wandel im Elbegebiet“ nachzulesen. Das vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) vorgestellte Papier fasst jüngste Resultate des Elbe-Projekts im Forschungsprogramm „Globaler Wandel des Wasserkreislaufs“ (GLOWA) zusammen.
Seit 1951 ist im Elbeeinzugsgebiet die Durchschnittstemperatur um 1,2 Grad Celsius gestiegen, heißt es dort. Modellrechnungen zeigten, dass ein weiterer Temperaturanstieg von zwei bis drei Grad Celsius bis zur Mitte des Jahrhunderts den Wasserhaushalt im Elbegebiet weiter stark verändern würde. „Das Abflussmaximum der Elbe und ihrer Nebenflüsse verlagert sich weiter vom Frühjahr in den Winter, Niedrigwasserphasen treten früher ein, dauern länger und unterschreiten das gewohnte Niveau noch deutlicher.“
Bedarf an Zuflüssen steigt
Einige Flussbetten würden zeitweise sogar trockenfallen. Eine Folge davon wären abnehmende Grundwasservorräte. „Für große Feuchtgebiete, wie den Spreewald, erhöht sich Bedarf an Zuflüssen, wenn sie erhalten werden sollen. Dabei ist absehbar, dass die notwendigen Zuflüsse im Sommer vielfach nicht mehr bereitgestellt werden können“, heißt es in dem Memorandum.
„Die Ergebnisse des GLOWA-Elbe Projektes verdeutlichen, bei allem Optimismus, wie stark sich die vom Wasser abhängigen Gebiete in Zukunft an den Klimawandel anpassen müssen“, ergänzte der Direktor des PIK, Hans Joachim Schellnhuber. „Wie die Region auf die künftigen Veränderungen reagiert, hängt nicht zuletzt von der grundsätzlichen Wertschätzung für die Flüsse und Seen ab, die Ostdeutschland prägen“, resümierte er.
dpa
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