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Eine fiese Stechmücke.
Eine fiese Stechmücke.(Foto: dpa)
Donnerstag, 07. September 2017

Draußen ist es zu kalt: Stechmücken zieht es nun in Häuser

Eigentlich piesacken uns Mücken vor allem im Sommer. Nun steht der Herbst vor der Tür, da dürfte die Mückenplage doch endlich vorbei sein, könnte man meinen. Dem ist aber nicht so. Nun versuchen die Tiere erst recht, in Wohnungen und Häuser zu gelangen.

Fünf Minuten Fenster auf - hundert Mücken im Raum. Immens viele der Plagegeister fliegen derzeit durch offene Fenster und Türen ins Haus. Auch Stechmücken spürten, dass es Herbst wird, erklärt die Biologin Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). Die gute Nachricht ist: "Die suchen keine Blutmahlzeit mehr." Für begattete Hausmückenweibchen gehe es nun vielmehr um die Suche nach Orten zum Überwintern. Insgesamt gebe es 50 Stechmückenarten in Deutschland.

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Im August und Anfang September sei bei Hausmücken traditionell die maximale Population erreicht, so Walther. Und nach diesem regenreichen Sommer gibt es besonders viele Exemplare: "Es ist die Hölle", sagt die Mückenexpertin - aus eigener Erfahrung: Noch nie habe sie im eigenen Haus so viele Mücken gehabt. Nicht nur die Berliner und Brandenburger stöhnten: "Letztendlich tobt derzeit überall die Mücke."

Hausmückenweibchen wüssten aber angesichts der Witterung, dass sich die Eiablage nicht mehr lohnt. Stattdessen zögen sie sich in Gebäude zurück, um in eine Art Winterruhe zu verfallen. Erst bei wärmeren Temperaturen im Frühjahr würden sie wieder aktiv und legten den Grundstein der nächsten Generation. Als Verstecke würden kühle und geschützte Stellen bevorzugt, erklärt eine Sprecherin der Deutschen Wildtierstiftung.

Männchen hingegen erleben den Winter nicht, sie sterben vorher. Sie stechen ohnehin nicht - nur die Weibchen benötigen Blut zur Eireifung. Die meisten Arten überwintern nach Stiftungsangaben im Ei-Stadium, zum Beispiel in Schlamm.

Auch wenn sich die Mückensaison nun dem Ende zuneigt: Doreen Walther ruft weiter dazu auf, tote - aber nicht zerquetschte - Mücken für den Mückenatlas einzusenden. Für das Projekt sammelt Walther seit 2012 Daten zur Verbreitung von Stechmücken in Deutschland.

Quelle: n-tv.de

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