Wissen

16.200 Kilometer pro StundeSterne rasen durchs All

02.06.2010, 16:51 Uhr
hubble2
In einer einzigen Sekunde legen die Sterne 4,5 Kilometer zurück. (Foto: dpa)

"Hubble" hat einen Sternenhaufen der besonderen Art erspäht: Er ist vor rund einer Million Jahren entstanden (erst!), und alle Sterne - große und kleine - bewegen sich mit der gleichen Geschwindigkeit. Das ist ungewöhnlich.

Das "Hubble"-Teleskop hat einen besonders unruhigen, jungen Sternenhaufen in unserer Milchstraße erspäht und präzise vermessen. Die Himmelskörper düsen mit 16.200 Kilometern pro Stunde durchs All. Dabei sei die Geschwindigkeit der Sterne überraschenderweise nicht wie angenommen von ihrer Größe abhängig, teilt das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg mit. Vielmehr betrage sie gleichmäßig 4,5 Kilometer pro Sekunde.

Die Forscher in Heidelberg hatten zusammen mit Astronomen der Universität Köln den Sternenhaufen im gigantischen Nebel NGC 3603 im Abstand von zehn Jahren analysiert. Von 234 der 800 beobachteten Sterne konnten die Astronomen eine ausreichend genaue Geschwindigkeit messen.

In älteren Kugelsternhaufen bewegen sich kleinere Sterne schneller und größere Sterne langsamer. Ein solches Gleichgewicht habe sich aber in dem beobachteten Haufen noch nicht eingestellt, schreibt das Max-Planck-Institut. Vielmehr - so vermuten die Forscher - dürften die Sterngeschwindigkeiten dort maßgeblich von den Entstehungsbedingungen des Haufens vor rund einer Million Jahren geprägt sein.

"Unsere Messungen liefern Schlüsselinformationen für diejenigen Astronomen, die verstehen wollen, wie solche Sternhaufen entstehen und wie sie sich weiterentwickeln", sagt Andrea Stolte von der Universität Köln. Es sei noch offen, ob sich der Sternhaufen in NGC 3603 zu einem Kugelsternhaufen entwickelt.

Quelle: dpa