Freitag, 11. Dezember 2009
Der richtige Erziehungsstil : "Strenge" Liebe zahlt sich aus
Wie Kinder richtig erzogen werden, wollen nun britische Wissenschaftler herausgefunden haben. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass Kinder am meisten von liebevollen und gleichzeitig strengen Eltern profitieren.Kinder, die einen eher autoritären oder einen tendenziell antiautoritären Erziehungsstil erfuhren, oder deren Eltern ihnen gegenüber wenig Teilnahme zeigten, entwickelten im Vergleich zu Kindern, die unter "strenger Liebe" aufwuchsen, demnach im Alter von fünf Jahren seltener Eigenschaften wie Einfühlungsvermögen, Fleiß und Anpassungsfähigkeit bzw. Selbstregulation. Gemessen an diesen Eigenschaften schnitten Kinder mit uninteressierten und anscheinend unbeteiligten Eltern am schlechtesten ab. Bei diesem Erziehungsstil erreichten nur halb so viele Fünfjährige im Vergleich zu den Familien mit liebevoller Strenge diese Charakterzüge.
Wichtige Prägephase
"Dass das Vorschulalter für viele Verhaltensweisen prägend ist, wissen wir schon lange. Diese Untersuchung zeigt, welchen Einfluss der Erziehungsstil der Eltern in dieser Lebensphase – unabhängig von der Genetik - auf die Persönlichkeitsentwicklung hat", kommentiert Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin aus Weimar und Pressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Thüringen, die Studie.
Einfühlungsvermögen, Fleiß und Anpassungsfähigkeit sind in der modernen Gesellschaft besonders wichtig, um im späteren Leben zufrieden und erfolgreich zu sein. So lautet die Erklärung in dem 104-seitigen "Building Character Report" von der so genannten "Denkfabrik" (engl. think tank) Demos dazu, warum sie sich gerade mit diesen Persönlichkeitszügen beschäftigte. "Mitgefühl lässt Menschen sensibel auf die Bedürfnisse anderer reagieren und sozial handeln. Es ist ein wichtiges Mittel, um soziale Netze zu schaffen.
Mit Fleiß fällt es Kindern leichter, sich zu konzentrieren, sich selbst zu disziplinieren und auch zu motivieren, um eine anspruchsvolle länger dauernde Aufgabe erfüllen zu können. Selbstregulation bezeichnet die Fähigkeit, Gefühle zu kontrollieren und mit Frustrationen, Verlust und anderen schmerzlichen Erfahrungen umgehen zu können, ohne über zu reagieren", lautet das Fazit von Dr. Niehaus.
jze/bvkj
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