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Krebserregende Substanz entstehtTabakrauch reagiert mit Luft

09.02.2010, 11:18 Uhr

Lüften schützt nicht zuverlässig vor dem blauen Dunst. Partikel aus dem Zigarettenrauch verbinden sich mit Luftschadstoff zu krebserregenden Substanzen, die sich an Tischen, Wänden und anderen Oberflächen festsetzen.

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Gesundheitsschädliches Rauchen wird immer öfter öffentlich diskutiert. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Partikel aus dem Tabakrauch reagieren mit einem häufigen Luftschadstoff zu krebserregenden Substanzen und schlagen sich auf Tischen, Wänden und anderen Oberflächen nieder. Über diese gefährlichen Eigenschaften des "kalten Rauchs" berichtet ein Team um Hugo Destaillats vom Lawrence Berkeley National Laboratory in Berkeley in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften ("PNAS").

Destaillats und seine Kollegen hatten untersucht, wie Nikotin mit salpetriger Säure (HNO2) reagiert, einem verbreiteten Luftschadstoff. In der Folge entstanden sogenannte tabakspezifische Nitrosamine, heißt es in dem Journal. Nitrosamine sind bekannt dafür, bei Versuchstieren Krebs auszulösen. Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gibt es bislang keine Grenzwerte für den Gehalt solcher Nitrosamine in Tabak oder dessen Rauch.

Es gebe aber ausreichende Hinweise auf Kanzerogenität in mehreren Tierspezies. Obwohl keine epidemiologischen Daten für entsprechende Effekte beim Menschen vorlägen, könne praktisch von Humankanzerogenität ausgegangen werden. Weniger als die Hälfte der in der Reaktion entstandenen Schadstoffe war nach zwei Stunden abgebaut.

Die Forscher experimentierten einerseits mit Nikotin, das sie auf Zellulose ausgebracht hatten. Zum anderen nahmen sie Proben aus einem Lastwagen, dessen Fahrer raucht. Das Problem trete selbstredend nur in Räumen auf, in denen geraucht wird. Dort schütze jedoch Lüften nicht umfassend vor dem Passivrauchen. Der Kontakt mit den schädlichen Substanzen geschehe am wahrscheinlichsten über die Haut durch kontaminierte Oberflächen wie Möbel oder Bezüge, ergänzen die Forscher. Daher könnten Babys und kleine Kinder stärker gefährdet sein als Erwachsene.

Quelle: dpa