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Mal ehrlich: So sehen richtige Männer aus.
Mal ehrlich: So sehen richtige Männer aus.(Foto: picture alliance / dpa)

Macho-Hormon wird rehabilitiert: Testosteron steigert Ehrlichkeit

Lügen gehört zum menschlichen Leben dazu. Wissenschaftler aus Deutschland wollen nun herausgefunden haben, dass man Ehrlichkeit durch die Gabe eines Hormons fördern kann. Ausgerechnet das Männlichkeitshormon Testosteron, das zur Steigerung von Konkurrenz- und Aggressionsverhalten führt, soll das bewirken.

Das Sexualhormon Testosteron, das für typische männliche Eigenschaften wie Muskelaufbau, Konkurrenzverhalten und Steigerung des Aggressionspotenzials steht, soll auch dazu führen, dass "Mann" ehrlicher ist. Das zumindest will ein Wissenschaftsteam mit Hilfe von Würfeln herausgefunden haben.

Die Forscher um den Wirtschaftswissenschaftler Armin Falk von der Universität Bonn testeten insgesamt 91 gesunde Männer mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren. Zunächst wurden die Probanden in zwei Gruppen eingeteilt, von denen nur eine das Testosteron als Gel auf die Haut bekam. Die andere Gruppe erhielt ein Placebo-Gel. Alle Männer sollten am nächsten Tag ein einfaches Würfelspiel in nicht überwachten, separaten Kabinen spielen. Das Prinzip des Spiels: je höher die gewürfelte Augenzahl, umso größer der Geldbetrag, den die Männer als Belohnung erhielten.

Der Versuchsablauf war extra so angeordnet, dass die Probanden die Möglichkeit hatten, durch falsche Angaben ihre Belohnung zu erhöhen. Die Forscher hatten zwar keine Möglichkeit, die Angaben mit dem tatsächlichen Würfelergebnis zu überprüfen, konnten aber durch die Wahrscheinlichkeitsrechnung im Nachhinein klären, wie häufig die Probanden nicht die Wahrheit gesagt hatten.

Reine Wahrscheinlichkeitsrechnung

Es zeigte sich, dass die Männer, die das Testosteron-Gel bekommen hatten, weit weniger falsche Angaben machten, als die aus der Vergleichsgruppe. Die Männer der Testosteron-Gruppe gaben beispielsweise an, dass sie in 35 Prozent der Fälle die "Fünf" gewürfelt hatten. Die Placebo-Männer dagegen wollten in 62 Prozent der Fälle die "Fünf" auf dem Würfel gesehen haben. Da statistisch die Wahrscheinlichkeit für alle Zahlen von eins bis sechs gleich hoch ist, werteten die Wissenschaftler die Angaben der Placebo-Probanden als Schummelei.

Es wird angenommen, dass das Hormon nicht die Ehrlichkeit an sich, sondern den Stolz der Männer gesteigert hat. Studienautor Falk geht davon aus, dass mit dem Testosteron auch ein positives Selbstbild entwickelt wird und dass die in Aussicht gestellte Belohnung nicht ausreichte, dieses durch falsche Angaben aufs Spiel zu setzen. Aus diesem Grund war wohl die mit Testosteron behandelte Gruppe insgesamt ehrlicher.

Dieses Ergebnis könnte sich einreihen in eine Liste von Untersuchungen, die das immer wieder als Macho-Hormon bezeichnete Testosteron in ein anderes Licht rückt. Das Hormon scheint nicht nur für erhöhtes Konkurrenz- und Imponiergehabe, Aggressionen und Muskelaufbau zu sorgen, sondern auch soziale Interaktionen zu fördern.

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Quelle: n-tv.de

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