Dienstag, 01. April 2008
Schnakenplage am Rhein: Tigermücke erreicht Deutschland
Am Rhein hat der alljährliche Kampf gegen die Schnaken wieder begonnen - die Experten haben es dieses Mal aber auch mit einem neuen Gegner zu tun. Die Asiatische Tigermücke, die gefährliche Krankheiten übertragen kann, hat es über die Alpen nach Deutschland geschafft. Vor einigen Monaten wurde sie im badischen Rastatt erstmals nachgewiesen. "Wie groß die Bestände sind, wird sich in den nächsten Wochen zeigen", sagte der Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS), Norbert Becker.
Die Experten versuchen, sich mit Hilfe von Fallen einen Überblick über die Bestände zu verschaffen. Sie wollen der Tigermücke (Aedes albopictus) möglichst bereits im Larvenstadium den Garaus machen. Dazu wird in den feuchten Gebieten entlang des Rheins ein Granulat mit einem biologischen Fraßgift verteilt, das den Darm der Tiere zerstört. Diese Methode hat sich bei den heimischen Stechmücken bewährt und wirkt auch bei dem Exoten, wie Becker sagte.
Da die Tigermücke allerdings unter anderem auch in Baumhöhlen und alten Reifen brüte, sei sie schwieriger zu erwischen. "Da kann man auch mal was übersehen", sagte Becker. Werden Tiere entdeckt, die bereits ausfliegen, dann wollen Becker und sein Team auch herkömmliche Insektizide bei ihrer Bekämpfung einsetzen. Der Wissenschaftler verwies auf die Rolle der Mücke als Überträger gefährlicher Krankheiten wie etwa des Chikungunya-Fiebers. Das grippeähnliche Tropenfieber war im vergangenen Jahr erstmals auch in Italien ausgebrochen, wo die Stechmücke bereits länger heimisch ist.
Die Schnakenbekämpfer, die im Auftrag von Städten, Gemeinden und Landkreisen auf einer Strecke von rund 300 Kilometern am Oberrhein zwischen Kaiserstuhl und Bingen aktiv sind, haben ihre ersten Einsätze 2008 schon hinter sich. Am Wochenende seien bereits mehr als 500 Hektar am Oberrhein mit dem Granulat behandelt worden, sagte Becker. "Die Wärme hat die Entwicklung der Larven beschleunigt, deswegen mussten wir ran."
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