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Kräftige Südwinde tragen Sahara-Staub immer wieder bis in den Süden Europas, wie hier nach Athen.
Kräftige Südwinde tragen Sahara-Staub immer wieder bis in den Süden Europas, wie hier nach Athen.(Foto: picture alliance / dpa)

Weniger Sahara-Staub in der Luft: Treibhausgase reduzieren Windstärken

Auch wenn vor einigen Tagen Sahara-Staub einen Großteil Griechenlands eindeckt, gehen Forscher davon aus, dass immer weniger Sandkörnchen in die Luft gelangen. Die Gründe dafür sehen die Experten in den steigenden Treibhausgaskonzentrationen.

In der afrikanischen Sahara wird immer weniger Staub aufgewirbelt. Diesen Trend fanden Forscher bei der Auswertung zahlreicher meteorologischer Messreihen. Die zunehmende Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre verlangsame die tropische Luftzirkulation, was die Windgeschwindigkeiten über der Wüste reduziere, erklärt das amerikanisch-französische Team um Amato Evan von der University of California in San Diego im Fachmagazin "Nature".

Die Sahara erstreckt sich über kilometerlange Sanddünen.
Die Sahara erstreckt sich über kilometerlange Sanddünen.(Foto: picture alliance / dpa)

Staub aus der Sahara gelangt durch Winde bis nach Südamerika. Er beeinflusst das Klima in vielen Teilen des Atlantischen Ozeans. Doch Klimamodelle berücksichtigen den Staub kaum und wenn doch, dann gehen sie nach Angaben von Evan und Kollegen überwiegend von einer Zunahme des Wüstenstaubs aus. Das Team untersuchte die Entwicklung von Windgeschwindigkeiten und -richtungen in zehn Metern Höhe in zahlreichen Regionen Nordafrikas, die überwiegend zur Sahara gehören.

Zusammenhang mit Klimawandel

Die Daten, teilweise durch Modellrechnungen ergänzt, umfassen die Jahre 1851 bis 2011. In diesem Zeitraum fanden die Wissenschaftler zwei Phasen mit erhöhten Staubkonzentrationen in der Luft: von den 1910er- bis zu den 1940er Jahren sowie von den 1970er- bis zu den 1980er Jahren. Besonders niedrig waren die Aufwirbelungen in den 1860er-, den 1950er- und den 2000er Jahren. Über lange Zeiträume gerechnet nehmen Windgeschwindigkeiten und Staubtransporte allmählich ab. Evan und Kollegen fanden einen Zusammenhang dieses Trends mit dem Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen.

Dieser Effekt des Klimawandels könnte die Luftqualität für die Bewohner Westafrikas verbessern, schreiben die Autoren der Studie. Allerdings vermuten sie zugleich, dass die ansteigende Verstädterung und die damit einhergehenden Abgase den positiven Aspekt überlagern könnten. Für den tropischen Nordatlantik, wo der Saharastaub früheren Untersuchungen zufolge für eine leichte Abkühlung sorgt, prognostizieren sie eine stärkere Erwärmung als bisher angenommen. Die höheren Temperaturen könnten für mehr und heftigere Wirbelstürme sorgen. Insgesamt plädieren die Wissenschaftler dafür, den nordafrikanischen Staub stärker in den Klimamodellen zu berücksichtigen.

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Quelle: n-tv.de

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