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Löcher im UnterkieferTyrannosaurus litt an Vogelseuche

30.09.2009, 12:44 Uhr
tyrannosaurus
Das Immunsystem der Urzeit-Riesen hatte offenbar Ähnlichkeit mit dem der heutigen Vögel. (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Die Erreger der "Kropfseuche" sind bei Tauben und Hühnern weit verbreitet. Auch an Tyrannosauriern wurden nun entsprechende Infektionszeichen gefunden. Gut möglich, denn Saurier und Vögel sind miteinander verwandt.

Schon Tyrannosaurus rex, der Schrecken der Urzeit, litt möglicherweise an einer Vogelseuche, die bis heute seine entfernten Nachkommen plagt. Tiefe Löcher in den Unterkiefern vieler Skelette der Raubsaurier deuten auf eine Infektion mit bestimmten Einzellern hin, berichten amerikanische und australische Forscher im Wissenschaftsjournal "PLoS One". Die heutigen Vögel sind entfernte Nachfahren der Dinosaurier.

Der Veterinärmediziner Ewan Wolff von der Universität Wisconsin- Madison (USA) und seine Mitarbeiter hatten 61 Schädel von Tyrannosauriern und ihren Verwandten untersucht. 15 Prozent davon hatten tiefe, zum Teil durchgehende Löcher in ihren Unterkiefern. Bisher waren diese für verheilte Bisswunden oder die Folgen von Bakterieninfektionen gehalten worden. Wolff fiel dagegen auf, dass Verteilung, Form und die Ränder dieser Löcher verblüffend denen ähneln, die eine noch heute häufige Erkrankung von Vögeln herruft: Eine Infektion mit dem Einzeller Trichomonas gallinae. Dieser Erreger der so genannten "Kropfseuche" ist vor allem bei Tauben und Hühnervögeln verbreitet und wird von deren Immunsystem meist in Schach gehalten. Bei Raubvögeln, die diese Vögel fressen kann sie jedoch gefährlich und tödlich werden.

Angesichts der Verwandtschaft zwischen Sauriern und Vögeln ist es gut möglich, dass schon die Saurier an ähnlichen Parasiten litten, schreibt Wolff. Die ähnliche Reaktion deute darauf hin, dass auch das Immunsystem der urzeitlichen Riesen schon Ähnlichkeiten mit dem der heutigen Vögel hatte. Interessant sei, dass die Infektionszeichen nur an Tyrannosauriern und ihren Verwandten, nicht aber bei ihrer möglichen Beute gefunden wurden. Dies könne bedeuten, dass die Tiere sich in großem Maße durch Bisse oder Kannibalismus gegenseitig infizierten, glauben die Forscher. Bei etwa 60 Prozent aller Tyrannosaurierschädel finden sich Bissspuren am Kopf.

Quelle: dpa