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Diese Aufnahme einer Eruption auf der Sonne gelang der NASA am 6. März.
Diese Aufnahme einer Eruption auf der Sonne gelang der NASA am 6. März.(Foto: dpa)

Sonnensturm malträtiert die Erde: US-Behörde relativiert Vorhersage

Der stärkste Sonnensturm seit neun Jahren rast auf die Erde, hieß es - aber am Ende sind es nur ein paar geladene Teilchen. US-Behörden sagen jedoch: Störungen von Funk und Navigationssystemen sind weiter möglich. Am kommenden Wochenende könnten jedoch gewaltige Stürme frontal auf die Erde treffen.

Die Erde ist erneut von einem der stärksten Sonnenstürme der vergangenen Jahre getroffen worden. Er sei deutlich stärker als der Sturm, der die Erde habe, sagte Werner Curdt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) im niedersächsischen Katlenburg-Lindau. Die befürchteten Störungen blieben jedoch aus. Die Wolke aus geladenen Teilchen, die die Erde traf, war am Ende deutlich harmloser als vorhergesagt. Der Sturm hatte der US-Behörde für Wetter- und Meeresforschung (NOAA) zufolge keine nennenswerten Auswirkungen auf Stromnetze und Kommunikationssysteme.

Störungen weiter möglich

NOAA-Experte Joseph Kunches räumte ein, dass die Behörde mit der Vorhersage danebengelegen habe. Allerdings sei es "fast unmöglich", genaue Aussagen über das Magnetfeld innerhalb der von der Sonne ausgestoßenen Teilchenwolke zu machen, sagte er. Am Ende erreichte der Sonnensturm nur die niedrigsten Stufe. Wegen der anhaltenden Sonnenaktivität könnten sich die Auswirkungen der Sonnenwinde in den kommenden 24 Stunden allerdings verstärken. Störungen von Satelliten und Funkverkehr auf der Erde seien weiter möglich.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hatte vor Stromausfällen und Störungen bei Navigationssystemen und im Funkverkehr gewarnt. Fluggesellschaften hatten reagiert und Flugrouten über die Erdpole umgeleitet. Auch hatte die Nasa vor Folgen für die Besatzung der internationalen Raumstation ISS gewarnt.

Das Gebiet auf der Sonne, in dem die Eruption passierte, sei weiter aktiv, sagte Curdt. Es liege jetzt etwa auf der Sonnenmitte – am kommenden Wochenende sei deshalb die Wahrscheinlichkeit für gewaltige Sonnenstürme, die die Erde direkt treffen, am höchsten.

6,4 Mio Kilometer pro Stunde

Der Sonnensturm, eine magnetische Störung der so genannten Magnetosphäre eines Planeten, begann mit einer Sonneneruption am vergangenen Sonntag. Dabei wurde Plasma ausgestoßen und mit einer Geschwindigkeit von 6,4 Millionen Kilometern pro Stunde ins Weltall geschleudert. Weitere Sonneneruptionen ereigneten sich in der Nacht zum Mittwoch und lösten einen besonders heftigen Sonnensturm aus. Die Nasa ordnete ihn auf ihrer fünfstufigen Skala bei Stärke drei ein. Allein die Sonneneruptionen hätten auf der Erde zu kurzen Ausfällen im Hochfrequenzfunk geführt, teilte die NOAA mit.

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Für Mitte 2013 rechnen Experten mit einem Maximum der – aus ihren Außenschichten werden dann besonders oft große Gaswolken ins All geschleudert. Die Aktivität schwankt im Rhythmus von etwa elf Jahren und nimmt seit 2010 wieder zu. In den nächsten eineinhalb Jahren wird es deshalb wohl noch viele Sonnenstürme geben, . Wie viele es sein werden, kann nicht vorhergesagt werden.

Schon früher beeinflussten Sonneneruptionen und die darauf folgenden magnetischen Stürme das Leben auf der Erde. Die erste größere Sonneneruption wurde 1859 vom britischen Forscher Richard Carrington entdeckt. Die NASA berichtete von Störungen des Telefonnetzes in Bundesstaat Illinois durch einen Sonnensturm 1972 und von Stromausfällen in der kanadischen Provinz Québec 1989.

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Quelle: n-tv.de

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