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Für welche Zwecke die Weltraumdrohne genau eingesetzt werden soll, behält die Luftwaffe für sich.
Für welche Zwecke die Weltraumdrohne genau eingesetzt werden soll, behält die Luftwaffe für sich.(Foto: AP)
Donnerstag, 21. Mai 2015

Spähgerät oder gar Kampfbomber?: US-Militär schickt Weltraumdrohne ins All

Die US-Luftwaffe macht ein großes Geheimnis um ihre Weltraumdrohne. Mehrmals ist X-37B bereits ins All gestartet, doch die genauen Einsatzgebiete sind unklar. Experten befürchten, dass das Gefährt zur Aufklärung oder im Kampf eingesetzt werden könnte.

Die US-Luftwaffe hat ihre geheimnisumwobene Weltraumdrohne X-37B zum vierten Mal ins All geschickt. Das unbemannte Mini-Shuttle hob vom Weltraumbahnhof der US Air Force in Cape Canaveral mithilfe einer militärischen Atlas-Rakete in den Weltraum ab. An Bord waren nach Militärangaben mehrere sogenannte Nanosatelliten, also Kleinstsatelliten, die umgehend ausgesetzt worden seien. Ziel des Einsatzes sei unter anderem der Test eines 32 Quadratmeter großen Solarsegels.

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  Das von Boeing federführend entwickelte Robotergefährt erinnert optisch an das Space Shuttle, die ausgemusterte bemannte Raumfähre, ist mit nicht einmal neun Metern Länge aber viel kleiner. Sein vorheriger Einsatz endete im Oktober 2014 erst nach einem fast zweijährigen geheimen Erprobungseinsatz im All. Die Dauer der Mission werde während des Fluges abhängig von den Testergebnissen entschieden, sagte Luftwaffensprecher Chris Hoyler nach dem Start der Drohne.

Die Luftwaffe bezeichnet die Drohne als Experimentalgleiter zur Erprobung von Leit-, Navigations- und Kontrollsystemen, Avionik (Gesamtheit der elektrischen und elektronischen Geräte an Bord eines Fluggerätes), automatischer Landung und Systemen zum Rückholen von Weltraumexperimenten auf die Erde.

Experten spekulierten, die X-37B könne auch zum "Einsammeln" feindlicher wie eigener Satelliten eingesetzt werden, habe Spähgeräte an Bord oder könne gar als Aufklärungsdrohne oder als unbemannter Kampfbomber dienen, der vom Weltall aus zuschlagen könnte. Andere sehen in ihr nur ein Gerät zum Entwickeln automatisch gesteuerter Raumfähren. Auf Fragen zu möglichen geheimdienstlichen Aktivitäten der Drohne sagte Hoyler, gewisse "Einsatzkapazitäten" würden nicht kommentiert. Die Luftwaffe gibt zu der Drohne kaum Details bekannt. Bei ihrem vorherigen Test war die Drohne 674 Tage im All geblieben. Erstmals zum Einsatz kam X37-B im Jahr 2010.

Quelle: n-tv.de

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