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Cecil (v.) war einer der bekanntesten Löwen Simbabwes.
Cecil (v.) war einer der bekanntesten Löwen Simbabwes.(Foto: picture alliance / dpa)

Kampf gegen Großwildjäger: USA sehen Löwen als bedrohte Art an

Das Jagen von Großwild in den Savannen Afrikas ist ein zweifelhaftes Hobby einiger reicher US-Amerikaner und Europäer. Die USA wollen dem Treiben ein Ende setzen, indem die Einfuhr von Jagdtrophäen verboten wird. Denn um die geht es.

Die USA haben im Kampf gegen Jagdwilderei und Trophäenjagd in Afrika den Löwen unter besonderen Schutz gestellt. In West- und Zentralafrika sowie in Indien würden Löwen als vom Aussterben bedrohte Art angesehen, in Ost- und Südafrika zumindest als bedrohte Art, teilte die US-Tierschutzbehörde Fish and Wildlife Service in Washington mit.

Die Löwenpopulationen seien in den vergangenen 20 Jahren um 43 Prozent zurückgegangen, hieß es zur Begründung. "Der Löwe ist eine der beliebtesten Tierarten und ein unersetzbarer Teil unseres weltweiten Erbes", sagte der Leiter der Behörde, Dan Ashe. Tierschützer gehen davon aus, dass in Afrika nicht mehr als 20.000 Tiere in Freiheit leben.

Die USA reagierten vor allem auf die Fälle von US-Amerikanern, die als Großwildjäger in Afrika aufgetreten waren und ihre Jagdtrophäen in die USA brachten. Alleine 2014 wurden 714 von US-Jägern erlegte Löwen in die USA importiert, teilte die Tierschutzorganisation Pro Wildlife mit. Dies ist vom 22. Januar 2016 an höchstens noch in begründeten Ausnahmefällen möglich.

Auch Deutschland soll Einfuhr von Jagdtrophäen verbieten

In diesem Jahr hatte der Fall des Löwen Cecil Aufsehen erregt - das Tier wurde in Simbabwe von dem US-amerikanischen Zahnarzt Walter Palmer erlegt. Cecil war der Liebling der Besucher des Hwange-Nationalpark und Teil eines Forschungsprojekts der Universität Oxford. Aus diesem Grund trug er ein Halsband. Palmer und die Organisatoren der Jagd lockten das Tier illegalerweise aus dem Nationalpark. Dann wollte Palmer ihn mit Pfeil und Bogen erschießen, was jedoch nicht gelang. Cecil konnte zunächst fliehen, wurde aber wieder aufgespürt und anschließend mit einem Gewehr getötet. Kopf und Fell wurde vom Kadaver abgetrennt und von Palmer als Jagdtrophäe in die USA mitgenommen.

Simbabwe kündigte nach dem drauf folgenden, internationalen Aufschrei einen Prozess gegen den Großwildjäger an, nahm von diesem Vorhaben nach einer "Überprüfung der Papiere" wieder Abstand. Palmer sei sich seines Fehlverhaltens nicht bewusst gewesen. 

Pro Wildlife forderte nach der Ankündigung der USA die deutsche Bundesregierung auf, ebenfalls die Einfuhr von Löwentrophäen zu verbieten. Deutschland sei nach Spanien das Land mit den meisten Einfuhren innerhalb der EU. Afrikanische Länder wie Tansania gäben noch immer zu viele Löwen zum Abschuss frei.

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Quelle: n-tv.de

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