Wissen
Gefährliche "Rettungsringe": Übergewichtige Menschen sterben häufiger bei Autounfällen als schlanke.
Gefährliche "Rettungsringe": Übergewichtige Menschen sterben häufiger bei Autounfällen als schlanke.(Foto: picture alliance / dpa)

Tödliche Unfälle in den USA: Übergewicht bedroht Autofahrer

Menschen mit Übergewicht sterben bei Autounfällen häufiger als schlanke. US-Forschern zufolge erhöht sich das Risiko, bei einem Crash ums Leben zu kommen, bei dicken Menschen um 80 Prozent gegenüber Normalgewichtigen. Ein möglicher Grund: der schlecht sitzende Sicherheitsgurt.

Fettleibige Menschen sind bei Autounfällen besonders gefährdet: Je dicker ein Fahrer bei einem Zusammenprall zweier Autos ist, desto höher das Risiko, dass er bei dem Unfall stirbt. Das schreiben Thomas Rice von der University of California in Berkeley und Mitautor Motao Zhu im Fachmagazin "Emergency Medicine Journal". Autohersteller sollten diese Gefahr für korpulente Insassen bei der Planung ihrer Fahrzeuge berücksichtigen.

57.000 Verkehrsunfälle untersucht

Die beiden Forscher untersuchten über 57.000 Verkehrsunfälle in den USA aus den Jahren 1996 bis 2008. In die Analyse bezogen sie rund 3400 tödliche Zusammenstöße, bei denen beide Fahrzeugtypen vergleichbar waren und Daten zu Alter, Größe und Gewicht der Fahrer vorlagen. Resultat: Fettleibige Menschen waren besonders gefährdet, bei einem Unfall ums Leben zu kommen. Die korpulentesten Fahrer hatten im Vergleich zu den Normalgewichtigen ein um 80 Prozent höheres Sterberisiko.

Die Wissenschaftler erforschten zwar nicht die Gründe für diese Gefahr. Aber sie verweisen auf andere Studien, denen zufolge bei Fettleibigen etwa die Sicherheitsgurte an der Hüfte schlechter sitzen und so weniger Halt bieten. Andererseits, so räumen die Forscher ein, habe das erhöhte Risiko auch damit zu tun, dass fettleibige Menschen generell anfälliger für Gesundheitsprobleme sind - sowohl bei einem Unfall als auch später bei der Versorgung im Krankenhaus.

Erhöhte Gefährdung Fettleibiger im Verkehr

Aus der Studie leiten die Forscher ab, dass Entwickler Autos so planen sollten, dass korpulente Menschen bei Unfällen besser geschützt sind. Zudem solle man Betroffene auf die erhöhte Gefährdung im Verkehr hinweisen, betonen sie.

In den USA gilt über ein Drittel der Erwachsenen als fettleibig. Bei der Klassifizierung orientierten sich die Forscher am Body Mass Index (BMI) der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Demnach gelten Menschen ab einem BMI von 30 als fettleibig - das wäre etwa bei einem 1,80 Meter großen Mann ein Gewicht von 97,2 Kilogramm.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen