Dienstag, 07. September 2010
Übergewicht durch Schlafmangel?: Die ersten Jahre sind entscheidend
Wissenschaftler stellen einen Zusammenhang zwischen Schlafmangel im Kleinkindalter und Übergewicht in späteren Jahren mit der Untersuchung von 2000 Kindern über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren fest und benennen ein "kritisches Zeitfenster".Wenn Kleinkinder nicht ausreichend Schlaf bekommen, laufen sie verglichen mit ausgeschlafenen Gleichaltrigen eher Gefahr, übergewichtig zu werden. Das ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie, die US-Ärzte in der Fachzeitschrift "Archives of Pediatric and Adolescent Medicine" veröffentlichten. Zwischen der Schlafdauer im frühkindlichen Alter und einer späteren Übergewichtigkeit bestehe ein "robuster" Zusammenhang.
Die Forscher Janice Bell von der University of Washington in Seattle und Frederick Zimmerman von der University of California in Los Angeles untersuchten knapp 2000 Kinder. Dabei wurden zu zwei Zeitpunkten Daten erhoben: zuerst in einem Basisjahr, dann fünf Jahre später. Anschließend teilten sie die Kinder in zwei Gruppen auf: Kleinkinder bis 59 Monate und Kinder im Alter von fünf bis 13 Jahren.
Im Schnitt schliefen die untersuchten Kleinkinder im Basisjahr zehn Stunden pro Nacht, ältere Kinder neuneinhalb Stunden. In beiden Altersgruppen gab es aber auch Kinder, die nur durchschnittlich fünf Stunden schliefen. Unter den schlaflosen Kleinkindern sei bei der Auswertung der fünf Jahre später erhobenen Daten ein signifikant höherer Anteil von Übergewichtigen festgestellt worden, schrieben die Wissenschaftler. Bei den älteren Kindern machte sich Schlafmangel fünf Jahre später beim Körpergewicht dagegen nicht bemerkbar.
Weniger Schlaf, mehr Zeit zum Essen
"Diese Ergebnisse legen nahe, dass es ein kritisches Zeitfenster bis zum fünften Lebensjahr gibt, in dem die nächtliche Schlafdauer wichtig für das spätere Körpergewicht sein kann", heißt es in der Studie. Warum dieser Zusammenhang existiert, konnten die Forscher nicht beantworten. Allerdings könnte wenig Schlaf zu Ermüdung und weniger körperlicher Aktivität führen. Außerdem habe ein länger waches Kleinkind mehr Möglichkeiten zum Essen.
Bei der Analyse berücksichtigten die Forscher nach eigenen Angaben auch andere bekannte Faktoren für das Übergewicht von Kindern wie das Gewicht der Eltern und die körperliche Aktivität der Jungen und Mädchen.
AFP
Hintergründe zur Nachricht
Wissen
-
Chemiegeruch meiden
Karnevalsmasken oft belastet
-
Küssen verboten? Im Gegenteil!
Die 10 größten Erkältungsirrtümer
-
Gefährliche Infektion
Schlaffes Baby sofort zum Arzt
-
Kleinste europäische Trägerrakete
Vega bereit für Jungfernflug
-
Maya-Forscher sind sich (fast) sicher
Die Welt geht 2012 nicht unter
-
Dichtung und Wahrheit
Neues von der CO2-Lüge
-
Vahrenholt irrt
"Es wird weiterhin wärmer"
-
Reparatur statt Austausch
Titanring dichtet Herzklappen ab
-
Im Rücken und im Magen
Wenn die Seele schmerzt
-
Krebstherapie in der Schwangerschaft
Chemo gefährdet Babys nicht
-
Fundsache, Nr. 1081
Römische Außenposten aufgespürt
-
Töne im hohen Ultraschallbereich
Wie sich Primaten unterhalten
