Mittwoch, 17. September 2008
Listeriose von Mutter zum Kind: Übertragungswege erforscht
Französische Wissenschaftler haben herausgefunden, wie sich die lebensgefährliche Listeriose bei Schwangeren auf das ungeborene Kind übertragen kann. Bei Versuchen mit Wüstenrennmäusen stellten die Forscher fest, dass der Keim, der die potenziell tödliche Lebensmittelvergiftung auslöst, mittels zweier Proteine in die Plazenta gelangt, wie Marc Lecuit vom Pariser Pasteur-Institut in der im Fachmagazin "Nature" veröffentlichten Studie erklärt.
Selbstleuchtende Marker auf dem Bakterium hätten gezeigt, wie es den Mutterkuchen durchdrungen habe. Den gesamten Mechanismus der Listeriose hätten die Wissenschaftler noch nicht verstanden, sagte Lecuit. Derzeit seien Antibiotika noch immer das beste Mittel gegen die Listerien.
Dem Forscher zufolge stecken sich in Frankreich fünf von einer Million Menschen mit dem Erreger an, in den Vereinigten Staaten sind es demnach acht auf eine Million. Schwangere haben ein 20-fach höheres Risiko, sich eine Listeriose zuzuziehen; der Grund dafür ist noch nicht genau bekannt. Oft steckt sich dann auch das ungeborene Kind mit der Kranhkeit an. Der Listeria-Keim findet sich in rohem Fleisch und Fisch, ungewaschener Rohkost und nicht pasteurisierten Milcherzeugnissen.
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