Donnerstag, 15. Oktober 2009
Boykott von Madagaskar-Hölzern gefordert: Umweltschützer wollen Raubbau stoppen
Umwelt- und Naturschutzorganisationen haben zu einem weltweiten Boykott von Edelhölzern aus Madagaskar aufgerufen. "Wenn es keinen Markt mehr dafür gibt, wird auch nicht mehr gefällt", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von 15 Organisationen, darunter der World Wide Fund for Nature (WWF), die europäische Vereinigung der Zoologischen Gärten, Universitäten und der Zürcher Zoo, der sich seit Jahren im Masoala-Park auf der Afrika vorgelegenen Tropeninsel engagiert.
Ein Mann hackt im Manjakatompo-Wald in der Nähe der Stadt Ambatolompy auf Madagaskar Holzkohle.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Der Boykott soll dazu beitragen, dass die seit der Machtübernahme durch Ex-Disc Jockey Andry Rajoelina Mitte März in Naturschutzgebieten illegal gefällten Stämme keine Käufer finden. Zwar habe die international isolierte Regierung bestätigt, dass alle sichergestellten Edelhölzer illegal gefällt wurden. Dennoch habe sie den Export mehrerer hundert Container mit Rosenholz genehmigt, kritisieren die Naturschutzorganisationen.
Sie beklagen zudem, dass gut organisierte, bewaffnete Banden bei monatelangen Raubzügen seltene Lemuren gewildert und einige Arten an den Rand der Ausrottung gebracht haben. Die Naturschützer fürchten, der legalisierte Export könne das Artenparadies Madagaskar mit 47 Rosenholz- und über 100 Ebenholzarten bald komplett zerstören. Madagaskars WWF-Chef Niall O'Connor forderte nach Angaben der Zeitung "Midi" die Regierung auf, alle bisherigen Einnahmen aus Holzexporten in die Wiederaufforstung der geplünderten Nationalparks zu investieren und Schutzmaßnahmen einzuleiten.
dpa
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