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Das südostasiatische Papua-Neuguinea ist eines der Gebiete, in dem es noch vieles zu entdecken gilt. Diesem Laubfrosch begegneten Biologen auf einer Expedition im Jahr 2009.
Das südostasiatische Papua-Neuguinea ist eines der Gebiete, in dem es noch vieles zu entdecken gilt. Diesem Laubfrosch begegneten Biologen auf einer Expedition im Jahr 2009.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Von Anfang an gefährdet: Unbekannte Tierarten sterben aus

Noch immer kennen wir nicht alle Land-Säugetiere, die es auf der Erde gibt. Zusätzlich gibt es mehrere Tausend Amphibien-Arten, die unseren Planeten quasi heimlich bevölkern. Doch eines wissen wir über diese Tiere schon jetzt: Sie sind vom Aussterben bedroht.

Etwa 3050 Arten von Amphibien und 160 Spezies von Land-Säugetieren sind nach Modellrechnungen weltweit noch unentdeckt. Das entspricht 48 Prozent beziehungsweise 3 Prozent der heute bekannten Arten, wie ein internationales Forscherteam in den "Proceedings" der britischen Royal Society berichtet.

Die Zentren dieses heimlichen Artenreichtums seien die immer kleiner werdenden tropischen Waldgebiete der Erde. Zahlreiche der unbekannten Arten könnten aber aussterben, bevor sie gefunden werden.

Nach Angaben von Xingli Giam von der Universität Princeton (USA) berücksichtigen die Berechnungen sowohl die Rate der bisherigen Funde als auch die Intensität der Forschung in verschiedenen Regionen.

"Perfekte Katastrophe"

Fast alle in den vergangenen Jahrzehnten neu gefundenen Arten mussten sofort in die Kategorie "gefährdet" eingestuft werden. Der Grund dafür ist nicht nur der Rückgang ungestörter Lebensräume, sondern auch die Tatsache, dass die Arten, die den Augen der Wissenschaftler bisher entgangen waren, meist nur ein kleines Verbreitungsgebiet haben. Allein dies macht sie sehr anfällig.

Der US-Forscher Xingli Giam spricht von einer "perfekten Katastrophe". Denn: "Einerseits werden die Biotope, die die größte Diversität haben, immer mehr verändert, so dass Arten aussterben werden. Andererseits kürzen Universitäten und Förderer immer mehr die Ausgaben für die Systematik und die Erforschung von Artenvielfalt, und es gibt wenig Aussicht darauf, dass sich dieser Trend umkehrt."

Quelle: n-tv.de

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