Dienstag, 15. Juli 2008
Einfrieren und Auftauen: Ungefährlich für Embryos
Nach einer Befruchtung im Reagenzglas gehen aus zeitweise eingefrorenen Embryonen schwerere Neugeborene hervor als aus sofort in die Gebärmutter verpflanzten Embryonen. Das berichtet Anja Pinborg vom Universitätskrankenhaus Rigshospitalet in Kopenhagen. Sie hatte mit ihrer Studie ursprünglich klären wollen, ob das Einfrieren den Embryonen schade - und entwarnt nun.
Die Medizinerin analysierte alle 1267 Kinder, die zwischen 1995 und 2006 in Dänemark geboren wurden, nachdem sie vorher als Embryo eingefroren waren. Als Vergleich dienten Kinder, die ebenfalls im Reagenzglas gezeugt (IVF, in-vitro-Fertilisation), aber ohne Umweg durch den Gefrierschrank eingepflanzt wurden. Das Resultat: Die einst gefrorenen Embryonen waren im Durchschnitt 200 Gramm schwerer.
Nicht mehr Geburtsfehler
Die Mütter solcher Kinder seien auch längere Zeit schwanger gewesen, ergänzte Pinborg auf der Jahreskonferenz der Europäischen Gesellschaft für humane Reproduktion und Embryologie in Barcelona. Zudem führte das Einfrieren nicht zu mehr Geburtsfehlern. Deren Anteil lag bei den Kindern aus dem Eis bei 7,1 Prozent, bei den direkt verpflanzten bei 8,8 Prozent. Ihre Untersuchung habe gezeigt, dass das Einfrieren und Auftauen den Embryonen nicht schade, ergänzte Pinborg.
Zum Einfrieren kommt es, wenn im Zuge einer IVF-Behandlung mehr gut entwickelte Embryonen entstehen, als in einem Versuch in die Gebärmutter eingesetzt werden. Die in der Kälte konservierten Embryonen können dann für einen weiteren Behandlungszyklus genutzt werden. In den skandinavischen Ländern ist das häufig der Fall, weil dort oft nur ein Embryo eingepflanzt wird, um es nicht zu Mehrlings-Schwangerschaften kommen zu lassen.
Die Online-Ausgabe des Magazins "New Scientist" zitiert Pinborg mit einer Erklärung. Demnach sei das Einfrieren wahrscheinlich eine Art ungewollte Selektion: Embryonen, die diese Behandlung überlebten, seien wahrscheinlich gesünder als andere.
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