Montag, 11. Januar 2010
Daten aus 21 Ländern ausgewertet: Ungleichheit macht krank
Ein Bettler vor einem Restaurant in Moskau.
(Foto: picture-alliance / dpa)
Je größer die wirtschaftliche Schere in einem Land ist, desto mehr Kranke gibt es. Das bestätigt eine Studie der Technischen Universität Darmstadt auf einer Datenbasis von 21 Ländern. Deutschland lag im oberen Mittelfeld. "Eine derartige Untersuchung in dieser Größenordnung gab es bisher noch nicht", sagte der 35-Jährige Juniorprofessor Martin Karlsson am Montag in Darmstadt. Die je 1000 Befragten pro Land schätzten ihre gesundheitliche Situation per Telefon und per Computer selbst ein.
Jeweils über 75 Prozent der befragten Kanadier, Dänen und Franzosen gaben ein "gut" oder "sehr gut" an. In Deutschland taten das knapp 70 Prozent. In Ländern mit größerer ökonomischer Ungleichheit attestierten sich die Teilnehmer hingegen in der Regel eine deutlich schlechtere Gesundheit: Nur rund ein Drittel der türkischen und chinesischen Befragten entschied sich für "gut" oder "sehr gut", beim Schlusslicht Russland waren es sogar nur rund 17 Prozent.
Analysiert wurden die bevölkerungsreichsten Länder der Welt wie China und Indien, aber auch Deutschland oder Dänemark. "Alle befragten Personen zusammen repräsentieren die Hälfte der Weltbevölkerung", sagte Karlsson. Die Studie erfasst Staaten mit relativ geringer ökonomischer Ungleichheit wie Deutschland bis hin zu solchen mit extrem ungleicher Vermögensverteilung wie Russland oder Südafrika. "Damit haben wir eine sehr detaillierte Datenbasis", sagte Karlsson. Die dreijährige Studie wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Lund in Schweden erstellt.
dpa
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