Dienstag, 01. Juni 2010
Arme Kinder, reiche Kinder: Unterschiede werden größer
Die Schichtzugehörigkeit ist verantwortlich, wie Kinder ihre Zukunft sehen. Das ist eines der Ergebnisse der zweiten World Vision Kinderstudie, bei der erstmals auch Sechs- und Siebenjährige zu ihrer Lebenssituation befragt wurden.Die allermeisten Kinder in Deutschland sind mit ihrem Leben rundum zufrieden und blicken positiv in die Zukunft. Allerdings prägen soziale Unterschiede einer neuen Studie zufolge schon im Grundschulalter den Kinderalltag: Wer arm ist und kaum Unterstützung erfährt, kann Freizeit und Schullaufbahn weniger gestalten - und nimmt dies auch frühzeitig wahr.
Für die zweite World Vision Kinderstudie, die in Berlin vorgestellt wurde, waren 2500 Kinder zwischen sechs und elf Jahren befragt worden. "Kinder aus den gehobenen Schichten können von Anfang an ihre besseren Chancen nutzen", so Studien-Mitautor Prof. Klaus Hurrelmann.
Fernsehen oder Freunde
Kinder aus den unteren Schichten dagegen, haben weniger Freunde und weniger Möglichkeiten ihre Freizeit zu gestalten. So sind zum Beispiel regelmäßiges Lesen und kulturell-musische Aktivitäten vor allem für Jungen der unteren Schichten die Ausnahme. Sie gehören eher zu den isolierten Medienkonsumenten. 28 Prozent der Befragten aus der untersten Herkunftsschicht gab an, täglich mehr als zwei Stunden fernzusehen. Bei Kindern aus den gehobenen Schichten dagegen trifft das auf rund sechs Prozent zu.
In der Musikschule können auch Freundschaften und Selbstbewusstsein entstehen.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Um ein gutes Leben zu führen, brauchen Kinder eine Selbstwirksamkeit. Das ist die Summe aus Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein sowie personaler und sozialer Kompetenz. Hierfür ist es wichtig, dass die Meinungen der Kinder wertgeschätzt und in den Alltag einbezogen werden. Auch ein großer Freundeskreis und vielfältige Freizeitaktivitäten fördern die Bildung der Selbstwirksamkeit.
dpa/jze
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