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Echtzeit-MRT zeigt Schluckvorgang: Ursachen für Sodbrennen erstmals sichtbar

Sodbrennen ist ein weitverbreitetes Übel. Obwohl es bei den meisten Patienten gut behandelbar ist, schlagen bei einigen die Medikamente nicht an. Die Gründe dafür konnten nun sichtbar gemacht werden.

Das Standbild aus dem Echtzeit-MRT zeigt die Speiseröhre und den Übergang zum Magen.
Das Standbild aus dem Echtzeit-MRT zeigt die Speiseröhre und den Übergang zum Magen.(Foto: UMG)

Ärzte haben eine neue Methode entwickelt, um den Vorgang des Schluckens mit einem bildgebenden Verfahren zu beobachten. Mit Hilfe der Magnetresonanz-Tomografie (MRT) ist es dem Team aus Medizinern der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und Forschern des Max-Planck-Instituts (MPI) für biophysikalische Chemie Göttingen erstmals gelungen, mit 25 Bildern pro Sekunde das Schlucken in Echtzeit zu dokumentieren.

Mit diesem Echtzeit-MRT ist es möglich Schluckstörungen und Sodbrennen zu erkennen und zu untersuchen. Vor allem für die Behandlung von Patienten mit Sodbrennen eröffnen sich damit neue Wege zu einer individuellen Behandlung. Hintergrund dafür ist, dass Sodbrennen eine Reihe von Ursachen haben kann und von manchen Patienten gar nicht wahrgenommen wird.

Mit den Bildern des Echtzeit-MRT können die Mediziner den Schluckvorgang vom Mundraum durch die Speiseröhre bis zum Mageneingang verfolgen. Auch der sogenannte Reflux, der entscheidende Akt für Sodbrennen, lässt sich unmittelbar beobachten: Um den Eintritt von Magensäure in die Speiseröhre auszulösen, reicht eine einfache Pressung auf den Bauch des Patienten.

Ursachensuche wird leichter

"Auf diese Weise lässt sich Sodbrennen diagnostizieren. Gleichzeitig können wir auch die anatomische oder funktionelle Veränderung entdecken, die dem Sodbrennen zugrunde liegt. Wir können jetzt ganz genau sehen, was die Ursache ist: Das kann eine verzögerte Muskelbeweglichkeit (Peristaltik) der Speiseröhre sein oder eine Störung des Übergangs von der Speiseröhre in den Magen oder eine Entleerungsstörung des Magens in den Darm", erklärt Dr. Alexander Beham, Experte für die Behandlung von Sodbrennen in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der UMG.

Da nicht nur die Ursachen für Sodbrennen verschieden sein können, sondern auch die Auswirkungen der Reflux-Krankheit sollte die Therapie darauf abgestimmt werden. Den meisten Betroffenen kann bei Sodbrennen mit Magensäurehemmern gut geholfen werden. Doch nicht immer bringt diese Therapie den gewünschten Erfolg und nicht immer kann eine Diagnose einwandfrei gestellt werden. In solchen Fällen wird derzeit die Säure in der Speiseröhre gemessen und eine endoskopischen Untersuchung (Gastroskopie) vorgenommen. Beides sind invasive Verfahren. Mediziner verschiedener Fachrichtungen der UMG untersuchen deshalb an einer Gruppe mit 100 Patienten, inwieweit die bisher verwendeten, invasiveren Techniken zur Abklärung von Refluxerkrankungen und Schluckstörungen durch die Echtzeit-MRT ersetzt werden können.

Quelle: n-tv.de

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