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Verhütung könnte bald zur Sache des Mannes werden.
Verhütung könnte bald zur Sache des Mannes werden.(Foto: imago/Westend61)
Donnerstag, 09. Februar 2017

Erfolge schon beim ersten Versuch: Verhütungsgel für Männer macht Hoffnung

Kondome oder Sterilisation: Die Möglichkeiten der sicheren Verhütung für Männer sind beschränkt und für viele echte Lustkiller. Die ersten Erfolge, die US-Forscher bei Tests mit Primaten zu einer neuen Art der Verhütung melden, lassen auf bessere Zeiten hoffen.

Bisher haben Männer nur zwei Möglichkeiten um sicher zu verhüten: Kondome benutzen oder sich sterilisieren lassen. Kondome jedoch können als störend empfunden werden und bieten keinen hundertprozentigen Schutz. Bei der Sterilisation dagegen, auch als Vasektomie bezeichnet, handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff. Dabei wird der Samenstrang durchtrennt. Die Vasektomie zählt zur sichersten Art der Empfängnisverhütung, ist aber nur schwer rückgängig zu machen und daher für viele, vor allem junge Männer, keine Option.

Forschern des California National Primate Research Center ist es nun gelungen, eine neue Art der Verhütung erfolgreich an männlichen Affen zu testen. Das sogenannte Vasalgel zeigte sich den neuesten Forschungsergebnissen zufolge zu 100 Prozent sicher bei den untersuchten Primaten.

Für die Untersuchung unter Leitung von Catherine VandeVoort wurden 16 männlichen Rhesusaffen mit dem Vasalgel behandelt und danach zurück in ihre Gruppen gebracht, in denen sich zwischen drei und neun Weibchen im gebärfähigen Alter befanden. Nach einem Jahr gab es keinerlei Nachwuchs. Ein Teil der Affen blieb ein zweites Jahr bei den Zucht-Weibchen und bei ihnen zeigte das Gel die beste Wirkung. Zudem waren Nebenwirkungen wie Entzündungen nur minimal zu beoachten. "Wir waren beeindruckt, dass die Alternative bei jedem Affen funktionierte, obwohl das unser erster Versuch war", betonte die leitende Tierärztin der Untersuchung, Angela Colagross-Schouten.

Gel-Barriere im Samenleiter

Das Gel wird im Samenleiter injiziert und bildet dort eine mehrjährige Barriere, die aber im Gegensatz zur Vasektomie wieder vollständig entfernt werden kann. In früheren Untersuchungen an Nagern konnte bereits gezeigt werden, dass das Vasalgel durch Spülungen mit einer einfachen Natriumcarbonatlösung verschwindet.

Das von den Forschern entwickelte Vasalgel ist so konzipiert, dass es weder die Spermienproduktion noch den Hormonspiegel im Körper des Mannes verändert und sich deshalb bei der Anwendung wesentlich weniger Nebenwirkungen zeigen sollen als bei hormonellen Verhütungsmitteln. Die Spermien, die weiterhin in den Hoden produziert werden, werden nicht ejakuliert, sondern an Ort und Stelle vom Körper abgebaut.

Mit diesem Vasalgel könnte sich eine neue, moderne Art der Geburtenkontrolle für Männer etablieren, hoffen die Forscher. Bis es so weit ist, testen die Forscher allerdings noch, ob sich das Vasalgel tatsächlich vollständig entfernen lässt. Die gemeinnützige Parsemus-Stiftung, die die bisherige Arbeit finanzierte, bemüht sich nun um die finanzielle Absicherung der bevorstehenden Tests am Menschen, die möglichst bald beginnen sollen.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Basic und Clinical Andrology".

Quelle: n-tv.de

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