Donnerstag, 25. März 2010
Die Geschichte des Universums: Viele neue Galaxien entdeckt
Bisher war der Blick der Wissenschaflter ins All eher unscharf. Mit moderner Technik und einer neuen Methode haben Forscher viel mehr gesehen als bisher, unter anderem zahlreiche neue Galaxien.Im Universum gibt es einer Studie zufolge viel mehr Galaxien als bislang bekannt. Von den sehr weit von der Erde entfernten Galaxien könnten bislang bis zu neunzig Prozent übersehen worden sein, heißt es in einer in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlichten Untersuchung. "Astronomen wussten immer, dass sie einen Teil der Galaxien übersehen", sagte der Leiter der Studie, Matthew Hayes. "Zum ersten Mal können wir das nun messen."
Bei der Suche nach Galaxien wurde den Autoren zufolge bislang in der Regel nach einem gewissen Spektrum ultravioletten Lichts gesucht, der sogenannten Lyman-Alpha-Strahlung. Bei sehr weit entfernten und damit sehr alten Sonnensystemen erreicht das Licht allerdings häufig nicht die Erde - viele Galaxien entgingen den Wissenschaftlern damit.
Spezialausrüstung hilft
Das Observatorium der Europäischen Südsternwarte (ESO) auf dem Berg Cerro Paranal in der chilenischen Atacama-Wüste ist das leistungsfähigste Teleskop der Welt.
(Foto: picture-alliance / dpa)
Hayes und sein Team nutzten für ihre Untersuchung mit dem "Very Large Telescope" der Europäischen Südsternwarte in Chile eines der größten und modernsten Observatorien der Welt und untersuchten einen relativ gut erforschten Ausschnitt des Universums auf der Suche nach etwa zehn Milliarden Jahre alte Galaxien.
Dabei suchten sie zuerst nach der herkömmlichen Methode. In einem zweiten Schritt forschten die Wissenschaftler mit einer Spezialkamera nach Strahlen einer anderen Wellenlänge, die Hydrogen-Alpha genannt werden. Dabei entdeckten sie zahlreiche Galaxien, die mit der ersten Methode nicht gefunden werden konnten und daher bislang nicht bekannt waren.
"Jetzt wo wir wissen, wieviel Licht wir bislang übersehen haben, können wir viel genauere Karten des Kosmos erschaffen", erklärte Mitautor Miguel Mas-Hesse. "So können wir besser verstehen, wie schnell sich Sterne zu verschiedenen Zeitpunkten in der Geschichte des Universums entwickelt haben."
AFP
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