Freitag, 25. September 2009
Biologische Sensation im Mekongdelta: Viele neue Tierarten entdeckt
Ein Vögel fressender Frosch mit Fangzähnen und ein Leoparden-Gecko mit orangefarbenen Katzenaugen sind unter 163 neu entdeckten Tier- und Pflanzenarten in Asien. Forscher fanden die Tiere im vergangenen Jahr entlang des mächtigen Mekong-Flusses zwischen Südwestchina und Vietnam, berichtete die Umweltstiftung WWF in Bangkok. Ihr Lebensraum sei aber akut bedroht: nur noch fünf Prozent der Landschaft seien intakt, und der Klimawandel beschleunige die Gefahren für Pflanzen und Tiere.
"Die neuen Funde zeigen, dass im Greater Mekong-Gebiet vermutlich noch hunderte Arten auf ihre Entdeckung warten", sagte WWF-Süßwasserexperte Martin Geiger. "Sie drohen auszusterben, ohne jemals von Forschern gesichtet worden zu sein." Unter den spektakulären Entdeckungen sind Orchideen, Palmen, Bananen, Reptilien, Frösche, Säugetiere und ein flugfauler Vogel, Nonggang-Schwätzer genannt.
"Goldgrube für Reptilienhändler"
Die Biologen beschreiben unter anderem einen Frosch mit dem überdimensionalen Kopf und Fangzähnen aus Thailand (Limnonectes megastomias), der andere Frösche und Vögel frisst. Selbst Artgenossen sind vor ihm nicht sicher, wie Wissenschaftler beobachteten. "Der entdeckte Leoparden-Gecko ist eine biologische Sensation", sagte Geiger. "Seine grellen Katzenaugen und das Fleckenmuster könnten ihm jedoch zum Verhängnis werden. Sie machen ihn zu einer Goldgrube für Reptilienhändler." Das Tier heißt mit lateinischem Namen Goniurosaurus catbaensis. Auf einer Insel vor Vietnam entdeckten Biologen eine neue Art Grubenotter (Cryptelytrops honsonensis). Sie ist einen halben Meter lang und hat 92 Tigerstreifen auf den strohgelben Körper.
Der mehr als 4000 Kilometer lange Mekong entspringt in Tibet und fließt durch Südwestchina über Birma, Laos, Thailand und Kambodscha bis Vietnam, wo er ins Meer strömt. Die Ökosysteme in der Region sind durch die Verbauung von Flüssen und das Abholzen der Wälder für Palmöl- oder Nutzholz-Plantagen bedroht. In der Region seien 240 große Staudämme gebaut und geplant, schreibt der WWF. Verschärft würden die Probleme durch den Klimawandel. Die Region sei schon wärmer geworden und das Süßwasser knapper. Dürren und Überschwemmungen nehmen laut WWF zu. Die Organisation fordert grenzübergreifende Schutzgebiete und eine gemeinsame Strategie der Länder zur Anpassung an den Klimawandel.
dpa
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