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Psychische Leiden hängen oftmals mit körperlichen Erkrankungen zusammen.
Psychische Leiden hängen oftmals mit körperlichen Erkrankungen zusammen.(Foto: imago/JOKER)
Donnerstag, 24. November 2016

Wie seelisches Leid krank macht: Vom Körper zur Psyche und umgekehrt

Ängste wirken auf die Haut und Depressionen schlagen auf den Magen. Ob und wie sich Psyche und Gesundheit tatsächlich gegenseitig beeinflussen, untersuchen Forscher bei Jugendlichen und können zeitliche Abfolgen feststellen.

Dass es eine Verbindung zwischen der Psyche und der Gesundheit gibt, ist längst bekannt. Wie und ob sich beide auch im Teenageralter beeinflussen, haben Forscher der Universität Basel mit Daten von 6483 Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 18 Jahren aus den USA analysiert.

Die Forscher konnten feststellen, dass sich manche Krankheiten besonders oft nach bestimmten psychischen Störungen bei den Jugendlichen einstellten. Aber auch der umgekehrte Fall - psychische Störungen nach bestimmten körperlichen Erkrankungen - war zu erkennen. Nach Depressionen beispielsweise waren besonders häufig Fälle von Arthritis und Erkrankungen des Verdauungssystems zu sehen. Nach Angststörungen dagegen stellten sich vor allem Hauterkrankungen ein.

Herzbeschwerden machen Angst

Im umgekehrten Fall sahen die Forscher, dass Herzbeschwerden häufig Angststörungen bei den Heranwachsenden auslösten. Ein Zusammenhang konnte erstmals auch zwischen Epilepsie und anschließenden Essstörungen hergestellt werden. "Wir fanden nun als Erste, dass Epilepsie ein erhöhtes Risiko für Essstörungen nach sich zieht - ein Phänomen, das bislang nur an wenigen Patienten beschrieben wurde. Dies deutet darauf hin, dass Ansätze der Epilepsiebehandlung auch im Kontext von Essstörungen Potenzial haben könnten", erläutert Marion Tegethoff von der Fakultät für Psychologie die Ergebnisse.

Die zeitlichen Muster, die die Forscher fanden, weisen darauf hin, dass bestimmte psychische Störungen mit bestimmten körperlichen Erkrankungen ursächlich miteinander zusammenhängen. Die Befunde könnten dafür sprechen in Zukunft die Behandlung von Jugendlichen mit psychischen Störungen und körperlichen Erkrankungen miteinander zu verbinden und die Therapie für die Heranwachsenden speziell darauf abzustimmen.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Plos One".

Quelle: n-tv.de

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