Freitag, 18. Dezember 2009
In 1220 Metern Tiefe: Vulkanausbruch beobachtet
Einen gewaltigen Vulkanausbruch haben US-Forscher in der Tiefsee beobachtet. Das Magma schieße in knapp 1220 Metern Tiefe aus dem Meeresboden, berichteten die Wissenschaftler auf dem Jahreskongress der Amerikanischen Geophysikalischen Vereinigung (AGU) in San Francisco. Nie zuvor seien Eruptionen in solchen Tiefen entdeckt worden. "Zum ersten Mal sind wir in der Lage, zu untersuchen, wie Inseln im Ozean und unterseeische Vulkane entstehen", sagte Barbara Ransom von der US-Wissenschaftsstiftung NSF. Beteiligt waren zudem Forscher der Ozeanografiebehörde NOAA.
Der West-Mata-Vulkan liegt im Pazifik zwischen den Fiji-Inseln, Tonga und Samoa. Da der immense Wasserdruck die Gewalt der Eruptionen bremst, konnten die Forscher ihren Tauchroboter extrem dicht an den Ausbruch heransteuern und detaillierte Aufnahmen der Lava und der austretenden Aschewolken machen. Zudem wurden Wasserproben genommen. Das Wasser in unmittelbarer Umgebung sei so sauer wie das Innere einer Batterie oder des Magens. Trotz der Extrembedingungen seien am West-Mata- Vulkan diverse Mikroben zu finden. Sogar Garnelen tummelten sich dort, berichteten die Wissenschaftler.
Der Vulkan speie sogenannte Boninit-Lava aus, die zu den heißesten Laven überhaupt zähle. Zuvor sei dieser Typ Lava nur bei Vulkanen gefunden worden, die vor mehr als einer Million Jahren erloschen seien, hieß es weiter. Es sei anzunehmen, dass 80 Prozent der vulkanischen Aktivität weltweit auf die Ozeane entfalle, die meisten Vulkane lägen in der Tiefsee.
dpa
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