Massiver ArtenschwundWarnschrei aus Ozeanien

In der Inselwelt Ozeaniens gibt es einen massiven Artenschwund. Hauptursachen seien die Vernichtung von Lebensräumen und die zerstörerische Fischerei.
In der Inselwelt Ozeaniens gibt es einen massiven Artenschwund. Hauptursachen seien die Vernichtung von Lebensräumen und die zerstörerische Fischerei, berichtet Richard Kingsford von der University of New South Wales in Australien. Zusammen mit 13 Kollegen hat er 24.000 Studien zum Artenschwund in dem Gebiet ausgewertet. Das niederschmetternde Resultat wird im Journal "Conservation Biology” veröffentlicht.
Die ferne und nicht eindeutig umrissene Region umfasst Australien, Neuseeland und viele pazifische Inseln. Die Archipele und der Ozean ringsum bergen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die nur dort vorkommen. "Unsere Region hat womöglich die meisten Arten weltweit verloren", heißt es in einer Mitteilung des Hauptautors Kingsford.
1200 Vogelarten verschwunden
Mehr als 1200 Vogelarten seien bereits von den Inseln verschwunden. In Australien sei die Hälfte des einstigen Waldlandes zerstört. 70 Prozent des Restes seien durch Holzeinschlag geschädigt. Allein Australien und Neuseeland beherbergten inzwischen 2500 eingeschleppte Pflanzen, die einheimische Arten vielfach verdrängten. Verheerend wirke sich zudem auch die Fischerei mit Langleinen, Giften und Grundnetzen aus.
Kingsford und seine Kollegen verlangen, dass die Ökosysteme schonender bewirtschaftet werden müssen – auch mit Blick auf das erwartete Bevölkerungswachstum in der Region bis 2050: plus 35 Prozent in Australien, 25 Prozent in Neuseeland und 76 Prozent in Papua-Neuguinea.