Freitag, 20. November 2009
Weder Jäger noch Meteoriteneinschlag: Warum die Mammuts ausstarben
Pilzsporen aus Jahrtausende altem Mammut-Dung liefern neue Erkenntnisse über das Aussterben der wolligen Giganten. Demnach begann der Niedergang der großen Pflanzenfresser mindestens 1000 Jahre bevor prähistorische Jäger den Lebensraum der nordamerikanischen Mammuts eroberten. Das berichten Jacquelyn Gill von der Universität von Wisconsin in Madison und ihre Kollegen im US- Fachjournal "Science". Viele Forscher hatten angenommen, dass der Clan der Clovis-Menschen die Großtiere nach der letzten Eiszeit ausgerottet hat oder ein Meteorit diese sogenannte Megafauna ausgelöscht haben könnte.
Die Wissenschaftler um Gill hatten in bestimmten Sedimentschichten unter anderem nach Sporen des Pilzes Sporomiella gesucht. Dieser Pilz muss im Laufe seines Entwicklungszyklus durch den Verdauungstrakt von Säugetieren gehen und wächst bevorzugt in den Hinterlassenschaften von Pflanzenfressern. An der Zahl der Sporen in verschiedenen Sedimentschichten können die Forscher ablesen, wie dicht besiedelt mit Pflanzenfressern die untersuchte Gegend zu einem bestimmten Zeitpunkt war. "Vor rund 13.800 Jahren schwindet die Zahl der Sporen schnell", erläutert Gill. "Sie sind kaum noch nachweisbar."
Richtigstellung von Ursache und Wirkung
Der Niedergang der Mammuts und anderer Großtiere wie den elefantenähnlichen Mastodonten sei ein gradueller Prozess gewesen, betont Gill. Ein "Blitzkrieg" der Jäger gegen die Mammuts sei nicht mit den Sporendaten vereinbar. Auch ein Meteoriteneinschlag könne als Ursache ebenso ausgeschlossen werden wie der Verlust des Lebensraums. Die beobachteten Veränderungen dieses Lebensraums seien eher eine Folge des Verschwindens der Megafauna gewesen als die Ursache dafür.
Bei der Suche nach dem Grund für das Aussterben der Mammuts tappen die Forscher weiter im Dunkeln. Diese Frage kann die aktuelle Studie nicht beantworten.
dpa
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