Wissen
Wem im Auto übel wird, der hat keinen Spaß mehr an der Reise.
Wem im Auto übel wird, der hat keinen Spaß mehr an der Reise.
Mittwoch, 19. April 2017

"Mir ist schlecht!": Was hilft gegen Reiseübelkeit?

"Mir ist schlecht!" Wenn diese Ansage von der zweiten Reihe kommt, kann es schon zu spät sein. Aber selbst wenn es nicht zum Äußersten kommt, ist Reiseübelkeit im Auto für Betroffene eine Tortur. Dabei können schon simple Dinge Abhilfe schaffen.

Als wären Staus und Langeweile bei langen Autofahrten nicht schlimm genug: Vor allem Kinder und Jugendliche leiden häufig auch noch unter Reiseübelkeit. Bevor es zum Schlimmsten kommt, hilft häufig ein ganz einfaches Mittel gegen das flaue Gefühl.

Schuld ist das Gehirn

Wer im Auto ständig nach unten aufs Tablet guckt, dem kann schnell schlecht werden.
Wer im Auto ständig nach unten aufs Tablet guckt, dem kann schnell schlecht werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Ursache der Reiseübelkeit findet sich nämlich im menschlichen Gehirn. Die Nerven des Gleichgewichtsorgans und die Augen melden zwei widersprüchliche Informationen – einerseits Bewegung, andererseits Stillstand. Das Gehirn kennt dieses Phänomen etwa von Vergiftungen oder Trunkenheit, gerät in Stress und meldet Gefahr. Die Fehlanpassung trifft in der Regel nicht den Fahrer, da der ununterbrochen auf die Straße blickt. Augen und Gleichgewicht sind hier in Einklang. Übelkeitsanfälle drohen vor allem den Passagieren auf Beifahrersitz und Rückbank. Vorzugsweise dann, wenn sie den Blick nach unten richten, um zu lesen oder auf dem Tablet einen Film zu schauen.

Zwei Drittel aller Menschen war es im Auto irgendwann schon einmal schlecht, wie eine Studie des Automobilherstellers Ford zeigt. Und das gilt nicht nur für Kinder. Auch Erwachsene, die unterwegs auf den Bildschirm starren, spüren nach durchschnittlich zehn Minuten eine aufsteigende Übelkeit. Einfachste Abhilfe: Nach vorne aus dem Fenster schauen. Von der Rückbank ist das am ehesten vom Mittelplatz aus möglich, die seitlichen Passagiere müssen am Vordersitz vorbei schauen. Wer weniger stark von Reiseübelkeit betroffen ist, kann durchaus auf den Monitor schauen. Das Tablet oder Smartphone sollte dabei aber möglichst auf Augenhöhe, zum Beispiel an der Kopfstütze des Vordersitzes angebracht sein, so dass der Kopf nicht geneigt werden muss.

Auf die Ernährung achten

Neben der korrekten Blickrichtung gibt es noch weitere Möglichkeiten im Kampf gegen die Übelkeit. Der Fahrer kann helfen, indem er möglichst gleichmäßig fährt und starkes Beschleunigen und Bremsen vermeidet. Linderung verschafft auch das Öffnen der Fenster oder kühle Luft aus der Klimaanlage.

Auch die richtige Ernährung vor und während der Fahrt ist wichtig. Alkohol, Kaffee, Milch und schweres Essen verstärken die Symptome. Wasser, Cola, Pfefferminzpastillen und Ingwer sorgen hingegen für Wohlbefinden. Letzterer kann pur gekaut werden oder in Form von Dragees oder Tropfen eingenommen werden. Auch Minztee, Artischocke oder Schafgarbe können helfen. Entspannend wirkt zudem eine Akupressurmassage. Dabei legt man zwei Finger auf die Innenseite des Handgelenks und massiert die Stelle ungefähr eine Minute lang kreisförmig im Urzeigersinn.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen