Donnerstag, 04. Februar 2010
Magnetstürme und Plasma-Ausbrüche: Wenn die Sonne aktiv ist
Wenn es auf der Sonne stürmt oder sich Flecken bilden, dann spielen Magnetfelder eine Rolle. Und die können auch schon mal dafür sorgen, dass irdische Funkverbindungen gestört sind.
Die Illustration des Max-Planck-Instituts zeigt beispielhaft, wie die Magnetfeldlinien auf der Sonne aussehen können.
Unsere Sonne schwankt im Rhythmus von etwa elf Jahren zwischen ruhigen und besonders aktiven Phasen mit vielen Sonnenflecken, Gasausbrüchen und Strahlungsstürmen. Grund für die Aktivitätsschwankungen ist der Rhythmus des Gastransports in den Außenschichten der Sonne.
Während einer aktiven Phase treten vermehrt Sonnenflecken auf. Diese dunkleren Gebiete in der Sonnenatmosphäre bilden sich durch starke Magnetfelder: Normalerweise brodelt die Sonne wie Wasser in einem Kochtopf. Heißes Gas steigt nach oben, kühleres sinkt nach unten. Starke Magnetfelder können diese sogenannte Konvektion lokal verhindern. An den betroffenen Stellen kühlt das heiße Gas etwas ab und wird - wie ein langsam abkühlendes glühendes Eisen - dunkler.
Die Flecken treten in der Regel in magnetischen Paaren auf und können Tage bis Monate anhalten. Die mit den Sonnenflecken verbundenen starken Magnetfelder können große Gaswolken aus den Außenschichten der Sonne ins All schleudern. Diese sind elektrisch geladen und stören daher das Erdmagnetfeld, wenn sie die Erde kreuzen.
Der resultierende geomagnetische Sturm kann unterschiedlich stark ausfallen: Meist bleibt er unbemerkt, schwere Stürme können jedoch Satelliten, elektrische Anlagen und Funkverbindungen stören oder sogar beschädigen. Für Menschen auf dem Erdboden ist das Phänomen nicht gefährlich. Für Passagiere in Langstreckenflügen kann sich in Extremfällen eine erhöhte Strahlenbelastung ergeben.
Ein besonders starker Sonnensturm hatte etwa am 1. und 2. September 1859 die gerade eingeführten Telegrafenleitungen lahmgelegt und Polarlichter erzeugt, die noch in Rom und Havanna sichtbar waren.
dpa
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