Wissen
Darstellung von Nierensteinen im weiblichen Körper.
Darstellung von Nierensteinen im weiblichen Körper.(Foto: imago/Science Photo Library)

Unerträglicher Schmerz: Wenn sich Nierensteine verklemmen

Von Jana Zeh

Sie können lange Zeit völlig symptomlos in den Nieren sein. Doch wenn sie anfangen zu wachsen und "zu wandern", dann führen sie zu heftigen Schmerzen. Immer mehr Menschen leiden an Nierensteinen.

Blut und Schmerzen beim Wasserlassen, Harnstau in den Nieren, Fieber und Schüttelfrost: Die Symptome, die durch Steine in den Nieren und im Harnleiter ausgelöst werden können, haben ein breites Spektrum. Liegen die kristallinen Ablagerungen als sogenannter Grieß in den Nieren oder sind die Steine nicht größer als sechs Millimeter, dann sind sie meistens symptomlos und werden oftmals rein zufällig, zum Beispiel bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Nierengrieß und kleine Steine werden häufig mit dem Urin über den Harnleiter ausgeschieden. Bei größeren Steinen jedoch, kann es zu heftigen Schmerzen und Komplikationen kommen.

Eine Sammlung von Nieren- und Harnsteinen.
Eine Sammlung von Nieren- und Harnsteinen.(Foto: wikipedia)

Ein Nierenstein, der wegen seiner Größe oder Form im Harnleiter feststeckt, löst krampfartige Muskelkontraktionen aus, die wiederum zu starken, wellenförmigen, meist stechenden Schmerzen führen. Diese können sich innerhalb von Minuten fast bis zur Unerträglichkeit steigern. Je nach Lage des Steins können die Schmerzen auch in andere Körperteile, beispielsweise von der Flanke in den Unterbauch, ausstrahlen. Mediziner sprechen in solchen Fällen von Nieren- oder Harnleiterkoliken. Diese gehören zu den am intensivsten empfundenen Schmerzarten des Menschen, die durch die Reizung und Überdehnung des Harnleiters ausgelöst wird.

Steckt ein Stein erst einmal fest, kann der Abgang sogar bis zu ein paar Tage lang dauern. Betroffene, die unter solchen Schmerzen leiden, bekommen meistens noch andere Symptome hinzu: Blut im Urin, Übelkeit, Erbrechen, Fieber und im schlimmsten Falle Urinstau, Harnleiter- oder Nierenbeckenentzündungen oder sogar Nierenversagen. Aus diesem Grund sollte man bereits bei den ersten Anzeichen für einen Nieren- oder Harnleiterstein einen Urologen aufsuchen, um sich behandeln zu lassen.

Nierensteine – Neue Volkskrankheit?

Immer mehr Menschen leiden in Deutschland unter Nierensteinen. Die Zahl der Neuerkrankungen hat sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht. Waren früher vor allem Männer betroffen, bekommen heute Jugendliche und Frauen häufiger Probleme mit den ungeliebten Ablagerungen. Am häufigsten tritt die Erkrankung bei Menschen zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr auf. Gründe dafür, so vermuten Wissenschaftler, könnten in einer ungesunden Lebensweise und einer unzureichenden Wasseraufnahme liegen. Hat man schon einmal einen Nieren- oder Harnleiterstein gehabt, dann liegt das Risiko eines Wiederauftretens bei 60 Prozent.

Die Ursachen für die Entstehung der kristallinen Ablagerungen sind vielfältig und können noch nicht eindeutig geklärt werden. Fakt ist, dass es im Körper zu einer Erhöhung der Konzentration von schwerlöslichen Ionenverbindungen kommt. Die meisten entnommenen Steine bestehen aus Kalziumoxalat oder sind Harnsäuresteine. Um Behandlung und Vorbeugung zu optimieren, ist es angebracht, eine Analyse der Steine im Labor vornehmen zu lassen. Auf diese Art und Weise könnte manche Stoffwechselstörung erkannt und medikamentös behandelt werden.

Am besten vorbeugen

Am wichtigsten ist die tägliche Flüssigkeitsaufnahme von mindestens 1,5, noch besser zwei Litern pro Tag. Der größte Teil davon sollte Wasser und/oder ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee sein. So können kleine Steine schon bevor sie Probleme machen einfach aus dem Körper gespült werden. Ein Zusatz von Zitronensaft hilft zudem, die Kristallisierung zu unterbinden. Gleichzeitig sollte auf ausgewogene Ernährung wert gelegt werden, bei der auf übermäßig salzige Lebensmittel verzichtet wird. Auch kalziumreiche Nahrung, wie Milch- und Milchprodukte sollte nicht im Übermaß verzehrt werden. Regelmäßige körperliche Aktivität kann zudem dafür sorgen, dass sich kleine Steine gar nicht erst festsetzen.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen