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Der Temperaturunterschied könne die relativ kühlen Lippen des Kindes nach der Geburt zur Brust führen, so die Forscher.
Der Temperaturunterschied könne die relativ kühlen Lippen des Kindes nach der Geburt zur Brust führen, so die Forscher.(Foto: imago/Westend61)
Donnerstag, 27. Juli 2017

Besonderer Instinkt: Wie Neugeborene zur Brust finden

Neugeborene finden von allein den Weg zur Mutterbrust, wenn man sie auf den Bauch der Mutter legt. Aber welcher Instinkt leitet sie? Neben dem Duft spielt offenbar auch etwas anderes eine Rolle, finden Forscher heraus.

Werden neugeborene Babys auf den Bauch der Mutter gelegt, finden sie von alleine den Weg an die Brust. Aber welcher Instinkt leitet sie zum richtigen Ort? Italienische Forscher berichten im Fachblatt "Acta Paediatrica", dass die Temperatur der Brustwarze eine wichtige Rolle spielt.

Das Team um den Geburtsmediziner Vincenzo Zanardo von der Poliklinik im norditalienischen Abano Terme begutachtete 41 Neugeborene, die in dem Krankenhaus auf natürlichem Weg zur Welt kamen, sowie deren Mütter. Dazu maßen die Mediziner die Temperatur der Brustwarzen und des Brustwarzenhofes vor und nach der Geburt sowie die von Lippen und Stirn der Babys.

Brustwarzenzone wärmer als Rest der Brust

Die Forscher fanden heraus, dass die Brustwarzenzone nach der Geburt mit etwa 35,22 Grad Celsius wärmer war als der Rest der Brust. Auch im Vergleich zur Phase vor der Geburt stieg die Wärme dort bis zum zweiten Tag nach der Entbindung um 0,4 Grad. Gleichzeitig war die Temperatur der Babys an den Lippen mit etwa 33,3 Grad kühler als an der Stirn. Der Temperaturunterschied von knapp zwei Grad könne die relativ kühlen Lippen des Kindes nach der Geburt zur Brust führen, heißt es in der Studie.

Bekannt war bereits, dass Babys vom Geruch der Brustwarzen stillender Mütter angezogen werden. Die höhere Temperatur der Brustwarze könnte zu einer besseren Duftverbreitung beitragen, schreiben die Forscher. Die Studie habe allerdings auch Begrenzungen. So müsse man ermitteln, welche Rolle andere Einflussfaktoren spielen, etwa das Alter der Mutter oder der Geburtsverlauf.

Schon Ungeborene können riechen - der Geruchssinn ist bei der Geburt bereits ziemlich ausgereift. In den ersten Lebensmonaten sind vertraute Gerüche von großer Bedeutung für das Kind. Sie helfen ihm, sich in der Umgebung zu orientieren und beruhigen es. Bindungen an vertraute Personen und Orte werden auch über den Geruchssinn aufgebaut.

Quelle: n-tv.de

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