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Przewalski-Pferde sind die letzten Wildpferde mit der typischen Fellfärbung.
Przewalski-Pferde sind die letzten Wildpferde mit der typischen Fellfärbung.(Foto: picture alliance / dpa)

Zwei Mutationen bestimmen Farbe: Wie Ur-Pferde ihren Fellton verloren

Die einstigen Wildpferde sahen sich alle ähnlich. Ihr Fell hatte eine helle Tarnfarbe mit besonderen Merkmalen. So aussehende Pferde nennt man Falben, doch diese gibt es heute nicht mehr. Forscher untersuchen die genetischen Gründe.

Einst waren der gängigen Annahme nach alle Pferde Falben. Forscher haben nun entschlüsselt, wie die Tiere ihr helles Fell mit dunklerer Mähne, Aalstrich – eine schmale Fellfärbung entlang der Wirbelsäule – und dunklem Schweif verloren. Ursache seien Mutationen in einem einzelnen Gen, berichten Forscher im Fachjournal "Nature Genetics". Eine von ihnen war demnach schon vor mehr als 40.000 Jahren im Erbgut von Pferden präsent. Im Zuge der Domestikation seien vom Menschen wohl verstärkt Tiere mit dieser Anlage für die Zucht gewählt worden.

Rappen, Füchse oder Schimmel: Pferde gibt es in den verschiedensten Farben.
Rappen, Füchse oder Schimmel: Pferde gibt es in den verschiedensten Farben.(Foto: picture alliance / dpa)

Die einzigen noch erhaltenen Wildpferde sind die Przewalski-Pferde, die einst die eurasische Steppe besiedelten. Die sandfarbenen Tiere haben häufig einen dunklen Aalstrich auf dem Rücken, auch Mähne und Schweif sind dunkel. Mitunter hat zudem das Fell an den Beinen dunklere Querstreifen.

Pferde, die keine Falben sind, tragen eine von zwei bekannten Mutationen im Gen TBX3 (non-dun1 und non-dun2), berichten die Forscher um Freyja Imsland von der schwedischen Universität Uppsala. In der Folge werde die Erbinformation in der Haut nur abgeschwächt in Proteine umgesetzt. Die Funktion in anderen Geweben, die wichtig für die normale Entwicklung des Tieres sei, werde nicht beeinträchtigt. Vom Menschen ist bekannt, dass es schwere Missbildungen zur Folge hat, wenn er im Erbgut eine defekte und eine funktionelle Kopie von TBX3 besitzt.

Echte Falben gibt es nicht mehr

Neben dem Erbgut moderner Rassen und von Przewalski-Pferden analysierten die Forscher auch Material von Tieren, die vor rund 4400 und knapp 43.000 Jahren lebten. Die Anlage non-dun2 kam demnach im Laufe der Domestikation hinzu, non-dun1 hingegen habe es schon bei Wildpferden gegeben, erklären sie. Heutige Pferde besitzen demnach meist eine dieser beiden Mutationen, echte Falben gibt es kaum noch – der Mensch fand braune und schwarze Tiere wohl schlichtweg schöner. Eine fahle Fellfarbe bei Pferden mit den typischen dunklen Absetzungen hat heute häufig andere genetische Grundlagen.

Bei echten Falben werde das TBX3-Protein in den Haarwurzeln asymmetrisch produziert, erklären die Wissenschaftler weiter. Das Molekül blockiere dort die Pigmentproduktion. Die Haare von Falben seien deshalb immer nur auf einer Seite pigmentiert, wodurch das typische, verwaschen wirkende Aussehen des Fells entstehe. In freier Wildbahn biete dies wahrscheinlich ähnlich wie die Streifen von Zebras einen Tarneffekt.

Quelle: n-tv.de

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