Freitag, 11. Dezember 2009
Alte Theorien über Bord geworfen: Wie die Erdatmosphäre entstand
Nach dem Eintritt in die Erdatmosphäre zerplatzte ein 80 Tonnen schwerer Steinmeteorit in 37 Kilometern Höhe über dem Nord-Sudan.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Es gibt Arbeit für die Zeichner der Erdgeschichte: Die typischen Schulbuchbilder zur Entstehung der frühen Erdatmosphäre mit gasspeienden Vulkanen stimmen laut einer Studie nicht. "Vulkangase können in keinem bedeutenden Ausmaß zur Bildung der Erdatmosphäre beitragen haben", erläuterte Greg Holland von der Universität Manchester in einer Mitteilung. Die Gase, die die frühe Erdatmosphäre und wahrscheinlich auch die Ozeane geschaffen haben, seien eher aus dem Weltall gekommen, so die Theorie der Forscher.
Die Studie, an der auch Wissenschaftler der Universität Houston (US-Bundesstaat Texas) beteiligt waren, ist im Fachjournal "Science" veröffentlicht. Die Erdatmosphäre und die Ozeane sind demnach wahrscheinlich nach Einschlägen kometenähnlichen Materials entstanden, das reich an Gas und Wasser war. "Viele Menschen kennen die künstlerische Deutung der Urerde mit riesigen Vulkanen im Hintergrund, die zur Formung der Atmosphäre Gas ausspeien", schreibt Studienleiter Chris Ballentine von der Universität Manchester. "Wir werden dieses Bild neu zeichnen müssen."
Die Forscher hatten die chemische Signatur der Edelgase Krypton und Xenon untersucht. Ihr "Fingerabdruck" entspricht demnach dem von Meteoriten. Erst neueste Technik habe die Analyse möglich gemacht, schreiben die Forscher.
dpa
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