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Donnerstag, 07. Januar 2010

Kraniche könnten Probleme bekommen: Wildtiere ohne Winterstress

Rehe scheinen sich auch im Schnee wohlzufühlen.
Rehe scheinen sich auch im Schnee wohlzufühlen.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Die Tiere im Wald kommen mit dem frostigen Winterwetter und dem Schnee aus Expertensicht gut zurecht. "Die Waldtiere in unseren Gefilden sind gut angepasst an das Wetter", sagte Reinhard Degener vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Viele Tiere hätten sich mit dem Haarwechsel im Herbst ein dickeres Fell zugelegt. Auch wenn viele Menschen die Bedingungen derzeit als extrem und hart empfänden, sei es ein normaler Winter.

Probleme könnten allerdings Kraniche bekommen, die aufgrund der milden Winter in den vergangenen Jahren nicht mehr "auswanderten", meinte der Sprecher des Aktionskreises Naturschutz des BUND in Schleswig-Holstein. Viele Kraniche seien zuletzt nicht mehr zum Überwintern nach Spanien geflogen. Die Vögel seien aber diese Minusgrade über längere Zeit nicht gewohnt.

Füttern nicht notwendig

Den Waldtieren gehe es jedoch gut, sie würden auch genug Nahrung finden. "Futterstellen sind nicht notwendig", betonte Degener. Erst bei einem längeren Winter könne das Futter knapp werden. "Dann tritt aus ökologischer Sicht eine natürliche Auslese ein. Nur die starken Tiere überleben", betonte der Experte. Diese "natürliche Selektion", bei der die schwächsten Tiere ausgelesen werden, sei normal und nicht schädlich für eine Art, betonte er. Degener riet, die Tiere bei Waldspaziergängen in Ruhe zu lassen. Da jedoch derzeit auch viele Jäger unterwegs seien, könne es vorkommen, dass man angeschossene Tiere finde. Diese solle man dann dem Förster melden.

Bilderserie

Die meisten Hauskatzen dagegen seien nicht an die Kälte gewöhnt, betonte Degener. "Sie stammen aus wärmeren Gegenden." Wenn es das Tier gewohnt sei, nachts draußenzubleiben, sollten Katzenhalter das Tier selbst entscheiden lassen, ob es die Nacht im Freien verbringen möchte. "Die Katze meldet sich und setzt sich von selbst vor die Tür, wenn sie wieder hinein möchte", betonte er

Quelle: n-tv.de

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