Freitag, 14. August 2009
Laichzeit in Kanada ohne Fische: Wo sind die Rotlachse?
Naturschützer, Fischer und Behörden sprechen von einem Mysterium: Von mehreren Millionen Rotlachsen, die zum Laichen längst in den kanadischen Fluss Fraser hätten zurückkehren sollen, sind bisher gerade einmal 600.000 Exemplare gesichtet worden, wie die Sprecherin des kanadischen Fischereiministeriums, Lara Sloan sagte.
Ein Rotlachs.
(Foto: Timothy Knepp, wikipedia)
Eigentlich hätten bis Ende August bis zu zehn Millionen Rotlachse, die im Jahr 2005 geschlüpft sind, in ihr Geburtsgewässer in der westkanadischen Provinz British Columbia zurückkehren sollen, um dort selbst Nachwuchs zu zeugen. Von ihnen fehlt jedoch jede Spur.
"Es ist ein Rätsel", sagte der Biologe Stan Proboszcz. Unzählige Faktoren könnten für das Ausbleiben der Rotlachse verantwortlich sein. "Vielleicht sind sie auch einfach nur spät dran", ergänzte er. Experten und Umweltschützer zufolge könnte die Erderwärmung das Ökosystem der Ozeane durcheinandergebracht haben. Vielleicht fehlte ihnen aber auch Nahrung. Die Naturschutzorganisation Greenpeace hält zudem Krankheiten und Parasiten für möglich.
Die einheimischen Fischer, deren Lebensunterhalt von den rückkehrenden Lachsen abhängt, sprechen von einer "Katastrophe", wie die Tageszeitung "Globe and Mail" berichtete. Sie warten nun mit Sorge, ob denn wenigstens Buckel- und Ketalachse pünktlich zum Laichen im Fluss Fraser eintreffen. Diese werden zwischen Ende August und Oktober erwartet.
AFP
Hintergründe zur Nachricht
Wissen
-
Winzige Amphibie
Leuchtend gelber Frosch entdeckt
-
Model im 21. Jahrhundert?
Sixtina wäre chancenlos
-
Fundsache, Nr. 1113
Zauber an der Höhlenwand
-
Die historische Perspektive
Nebenprodukt in Vielvölkerreichen
-
Die Migrantinnen-Perspektive
Hosgörü meint Wohlwollen
-
Die philosophische Perspektive
Toleranz hielt Zivilisation am Leben
-
Die jüdische Perspektive
Unterschiede können uns stärken
-
Die politische Perspektive
Toleranz meint auch Verständnis
-
Toleranz ist nicht das Ziel. Oder doch?
Was es heißt, tolerant zu sein
-
Zahl der Erkrankungen gestiegen
Keuchhusten ist gefährlich
-
Frage & Antwort, Nr. 227
Sind Hochbetten zu gefährlich?
-
Fukushima-Folgen
Verstrahlte Fische vor US Küste