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Mittwoch, 23. Juli 2008

Erklärung für Bienensterben: Zucht-Hummeln stecken an

Zucht-Hummeln stecken ihre wilden Verwandten in großem Umfang mit krankmachenden Parasiten an. Möglicherweise liefere diese Beobachtung auch einen Erklärungsansatz für das alarmierende Bienensterben in Nordamerika, berichten kanadische Forscher im Fachjournal "PLoS ONE".

Michael Otterstatter und James Thomson von der Universität Toronto hatten das Auftreten von Krankheiten bei wilden Hummeln in der Nähe kommerzieller Treibhäuser im Süden der kanadischen Provinz Ontario untersucht.

In den Treibhäusern werden Zucht-Hummeln zum Bestäuben von Nutzpflanzen eingesetzt. Sie tragen oft einen schädlichen und hochansteckenden Parasiten (Crithidia bombi). Wenn sie aus dem Treibhaus entkommen, was nach Angaben der Forscher häufig passiert, können sie ihre wilden Artgenossen etwa auf einer Blüte anstecken.

Erkenntnisse auch für Honigbienen

Tatsächlich trug die Hälfte aller wilden Hummeln in der unmittelbaren Nähe von Treibhäusern den Untersuchungen zufolge den Parasiten in sich. Je weiter vom Treibhaus entfernt die Forscher die wilden Hummeln untersuchten, desto weniger waren infiziert.

Mit Hilfe von Laborexperimenten und mathematischen Modellen übertrugen die Forscher ihre Erkenntnisse auf die Honigbiene, um die Ausbreitung von Krankheiten von Zucht-Bienen auf ihre wilden Artgenossen zu simulieren.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich eine ähnliche Epidemie sehr schnell auch unter den Honigbienen ausbreiten kann. Die Autoren betonen, dass eine verbesserte Haltung kommerzieller Bienen und Hummeln, die etwa möglichen Infektionen größere Aufmerksamkeit widmet, die Verbreitung von Krankheitskeimen stark reduzieren oder sogar komplett verhindern könnte.

(Fachartikelnummer: DOI 10.1371/journal.pone.0002771)

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