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Frage & Antwort

Dienstag, 26. Januar 2010

Frage & Antwort, Nr. 103: Darf man Mikrofaser weichspülen?

Jana Zeh

Verschmutzte Mikrofaserputztücher gehören in die Waschmaschine, aber ohne den Zusatz von Weichspülern.

Verschmutzte Mikrofaserputztücher gehören in die Waschmaschine, aber ohne den Zusatz von Weichspülern.
(Foto: dpa)

Stimmt es, dass man Mikrofaserputztücher nicht weichspülen sollte? Wenn ja, warum eigentlich nicht? (fragt Heidi D. aus Berlin)

"Ja, das stimmt, denn der Weichspüler hat fettende Inhaltsstoffe (Esterquats), die sich zwischen und auf die einzelnen Fäden der Mikrofasern legen", sagt Ralf Telahr, Prokurist der Firma Bellanet GmbH, Hersteller von Mikrofaserprodukten. "Dadurch wird die Aufnahme von Feuchtigkeit und Schmutz des Gewebes behindert und so die eigentliche Funktion der Reinigungstücher aus Mikrofasern eingeschränkt. Bei Funktionsbekleidung aus Mikrofasern kann hingegen Weichspüler verwendet werden, denn es wird lediglich die Reinigungseigenschaft durch den Weichspüler beeinträchtigt. Die sogenannte atmungsaktive Funktion der Mikrofaser-Funktionsbekleidung – das bedeutet, Schweiß wird vom Körper nach außen transportiert – wird durch den Einsatz von Weichspüler nicht beeinträchtigt ", erklärt Telahr weiter.

Ein 200-fach vergrößertes menschliches Haar.

Ein 200-fach vergrößertes menschliches Haar.
(Foto: Jan Hormann, wikipedia)

Als Mikrofasern werden alle Fasern bezeichnet, die feiner als 1 dtex sind. Ein dtex ist die Bezeichnung für 1 Gramm pro 10.000 Meter Faden. Die meisten verwendeten Mikrofasern liegen noch unter diesem Wert, bei 0,5 bis 0,7 dtex. Zum Vergleich: Der Durchmesser eines menschlichen Haares ist hundert Mal größer als der einer Mikrofaser. Mit dieser Eigenschaft können viel mehr feine Fasern zu einem Faden gebunden werden. So entsteht eine größere Fadenoberfläche, die das daraus gesponnene Gewebe weich, formbeständig und fusselfrei werden lässt. Mikrofasern werden meistens aus Polyester oder Polyamid hergestellt und deshalb auch als Chemiefasern bezeichnet.

Durch den Einsatz von Mikrofaserputztüchern kann man eine Menge Putzmittel sparen, da die Faser selbst - sogar im trockenen Zustand - einen hohen Reinigungsfaktor aufweist. Zu beachten ist allerdings, dass das Tuch regelmäßig gut ausgewaschen wird, da Sand und ähnliche feste Partikel, die vom Gewebe aufgenommen worden sind, auf der nächsten Oberfläche Kratzer hinterlassen könnten. Beim Waschen von Mikrofasern in der Waschmaschine wird nur ganz wenig Waschmittel benötigt. Auch die Temperaturen sollten möglichst niedrig bleiben.

Mikrofasertücher haben bessere Putzeigenschaften als herkömmliche Putzlappen.

Mikrofasertücher haben bessere Putzeigenschaften als herkömmliche Putzlappen.

Übrigens: Das Umweltbundesamt rät, möglichst ganz auf den Einsatz von Weichspülern zu verzichten, "da es sich hierbei um einen zusätzlichen Eintrag von Chemikalien in die Umwelt handelt." Sollte es dennoch einmal passieren, dass Sie ein Mikrofasertuch mit Weichspüler waschen, so brauchen Sie das Tuch nicht gleich wegzuwerfen. Waschen Sie es einfach ein paar Mal ohne Weichspüler durch und die Mikrofaser ist wieder frei von den fettenden Inhaltsstoffen.

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