Frage & Antwort, Nr. 32Halten gekühlte Batterien länger?

Batterien, die kühl gelagert werden, bleiben ein wenig länger geladen. Die Selbstentladung ist dann nämlich geringer
"Stimmt es, dass Batterien, die kühl gelagert werden, länger geladen bleiben?" (fragt Christine Helbach aus Hanau)
Na, da fragen wir doch am besten bei einem Batteriehersteller nach. Und so erfahren wir von den Experten: "Ja, stimmt, Batterien, die kühl gelagert werden, bleiben ein wenig länger geladen. Die Selbstentladung ist dann nämlich geringer."
Das führt ja direkt zur nächsten Frage: Was hat es mit der Selbstentladung auf sich? Da hilft das Lexikon weiter: "Die Selbstentladung", so heißt es dort, "ist ein temperaturabhängiger, ständiger, chemischer Reaktionsprozess an den Elektroden der Zelle oder der Batterie, ohne Anschluss an einen Verbraucher." Das bedeutet: Selbst dann, wenn eine Batterie nicht in ein Gerät eingelegt ist, sondern einfach nur im Regal lagert, entlädt sie sich. Wie schnell, das hängt - wie wir nun wissen - von der Temperatur ab, aber auch von der elektrochemischen Beschaffenheit einer Batterie.
Bei einer Lithium-Eisensulfid-Batterie beispielsweise liegt die Selbstentladung bei ein bis zwei Prozent pro Jahr, bei einer Alkali-Mangan-Batterie dagegen bei jährlich vier Prozent - zumindest bei einer Raumtemperatur von 20°C. Zur Selbstentladung kommt es durch interne Kurzschlüsse oder durch Nebenreaktionen in den Elektroden. Letztere werden oft durch Verunreinigungen verursacht. In beiden Fällen wird das elektrochemisch aktive Material der Batterie verbraucht. Die Selbstentladung gehört zu den wichtigsten Kenndaten von Batterien und auch Akkumulatoren.
Lagerung im Keller empfohlen
Und in welchem Maße können wir der Selbstentladung entgegenwirken, wenn wir die Batterie gekühlt lagern? "Geht man von einer Selbstentladung von zehn Prozent über fünf Jahre aus, verringert sich diese auf fünf Prozent im gleichen Zeitraum, wenn die Batterien gekühlt werden", erklären die Experten. Batterien funktionieren nämlich erst ab einer bestimmten Temperatur. Die Energiegewinnung von Batterien beruht auf chemischen Prozessen, die eine Mindesttemperatur benötigen. Eine Batterie im "eingefrorenen" Zustand ? auch das ist möglich - kann keine elektrische Energie mehr abgeben. Um der Selbstentladung entgegenzuwirken, ist Kühlung also eine gute Maßnahme.
"Aber das bedeutet nicht, dass man die Batterien am besten ins Gefrierfach legen sollte!", bremsen die Experten. "Eine Lagerung im Kühlschrank bei etwa 6C ist zwar in Ordnung, aber dabei dürfen die Batterien nicht mit einem Feuchtigkeitsfilm beschlagen. Dann oxidieren sie, und die Batteriepole beginnen zu rosten." Deswegen empfiehlt sich zur kühlen Lagerung ein Plätzchen im Keller. Dort ist es in der Regel nie wärmer als 15°C, und es gibt keine großen Luftfeuchtigkeitsschwankungen. "Doch bevor eine so aufbewahrte Batterie ein Gerät zuverlässig mit Energie versorgen kann" - dies der abschließende Hinweis der Experten - "muss sie erst wieder auf Betriebstemperatur gebracht werden. Denn gekühlte Batterien sind eben nicht so leistungsfähig.